1. Region
  2. Bitburg & Prüm

VG Speicher vergibt Aufträge für Hochwasserschutzkonzepte

Umwelt : Verbandsgemeinde Speicher vergibt Aufträge für Hochwasserschutzkonzepte für neun Orte

Die Verbandsgemeinde Speicher rüstet sich gegen den Regen. Nicht mit Schirmen, sondern mit Hochwasserschutzkonzepten.

Den Juni 2018 wird wohl kein Eifeler so schnell vergessen. Heftiger Regen verwandelte damals kleine Bäche in reißende Ströme. Die braune Brühe spülte durch manche Ortschaft, riss Autos mit und Brücken, lief in Keller, Garagen und Häuser. Ein Millionenschaden entstand (der TV berichtete damals).

Auch der schmale Spanger Bach trat damals über die Ufer, spülte durch Philippsheim und Spangdahlem. Regenwasser floss in die Speicherer Sporthalle und in die Häuser am Markplatz, dem tiefsten Punkt der Stadt. In Herforst liefen die Keller voll, in Preist wurde ein Waldweg in Mitleidenschaft gezogen.

Auch in der Verbandsgemeinde Speicher also waren die Schäden immens, wenn auch nicht so hoch wie im benachbarten Bitburger Land, wo es insbesondere Dudeldorf und Gransdorf besonders hart traf.

Die Schäden sind drei Jahre später freilich beseitigt, die Bachläufe wieder in den Naturzustand zurückversetzt. Der Spanger Bach, er plätschert harmlos dahin als wäre nichts gewesen. Doch im Speicherer Rathaus weiß man es besser. Und wappnet sich schon für die nächste mögliche Katastrophe.

Jede der neun Ortsgemeinden in der Kommune soll ein eigenes Hochwasserschutzkonzept bekommen. Das ist seit der letzten Sitzung des VG-Rates auch schon beschlossene Sache. Nur die Zusage von Fördergeld steht laut Verwaltung noch aus. Danach werde man die Erarbeitung der entsprechenden Pläne in Auftrag geben.

Bearbeitungszeit nach Schätzungen von Bauamtsleiterin Anette Becker: etwa neun bis 12 Monate. Kosten insgesamt: 138 500 Euro. Wobei man im Rathaus von einer Förderung von bis zu 90 Prozent vom Land Rheinland-Pfalz ausgeht.

Mit rund 60 300 Euro wird das Hochwasserschutzkonzept für  Orenhofen, Preist, Auw an der Kyll und Hosten zu Buche schlagen. Hierfür wurde das Ingenieurbüro Hömme aus Pölich an der Mosel beauftragt. Ebenso übrigens wie für die Gemeinden Spangdahlem, Herforst, Beilingen und Philippsheim, wo die Konzepte mit 58 494 Euro etwas günstiger werden als in den Nachbardörfern. Einzig die Stadt Speicher setzt auf das Büro Reihser. Der Hauptausschuss hat den Auftrag bereits im Februar für 19 700 Euro an die Wittlicher Fachfirma vergeben.

Doch das ist freilich nur der erste Schritt. Konkrete Maßnahmen zum Schutz vor Extremwetterlagen sollen ja erst aus den Konzepten hervorgehen. Zwar ist die Renaturierung der meisten Bäche, mit Ausnahme des Stegbachs, in der VG Speicher abgeschlossen. Und somit schon einiges getan.

Millioneninvestitionen für Deiche oder Schutzmauern stehen wohl ebenfalls nicht zu erwarten. Möglich aber, dass manche Böschung doch gesichert, der ein oder andere Engpass beseitigt werden muss. Ein Preisschild lässt sich laut Anette Becker also vorerst noch keins an die Maßnahmen heften.