Von Käsetheken und letzten Gläsern

Von Käsetheken und letzten Gläsern

RALINGEN/BITBURG. Ein Griff ins Leben: Die Eifeler Künstler Thomas Peters und Martin von Wulffesfeld präsentieren am 11. Februar im Haus Beda mit "Mackie Messer & Mr. Süffelmann" Chansons und Popballaden mit bösen Hintergedanken.

Erst war es die zufällige Begegnung mit einem TV -Redakteur in der Nähe der Käsetheke eines Supermarktes. Ein Tag später dann ein Anruf, danach eine Mail und dann, wieder einen Tag später - der Besuch in der TV -Redaktion. "Ich weiß jetzt eigentlich gar nicht genau, warum wir hier sind?", fragt Martin von Wulffesfeld und schaut sich etwas verwirrt um. Neben ihm sitzt Thomas Peters. Er ist derjenige, der angerufen hatte. Martin von Wulffesfeld ist der, der am Tag zuvor im Supermarkt war. Beide zusammen haben an dem Text für die Presse gearbeitet. "Wir haben uns im Vorfeld überlegt, wie so ein Gespräch ablaufen könnte", sagt einer der beiden, und deshalb hätten sie einen Text als Mail geschickt, mit verschiedenen möglichen Gesprächsabläufen. "Kein Interview mit Künstlern", wie Martin von Wulffesfeld betont, "sondern unter Künstlern", wie zum Beispiel: "Herr Peters, Sie sind Schauspieler?" "In der Tat! Ich habe bereits..." "Mögen Sie Fisch?” "Wie?" "Na ja, so ein richtig schöner Lachs mit einer guten Flasche Rotwein?" "Hm, ja..." "Na gut, lassen wir das. "Ich denke, das ist auch bess..." "Denken! Genau das ist das Stichwort, Herr Peters." "Wie?" "Denken Sie, so ein richtig schöner Lachs geht auch mit..." Der Mensch von der Zeitung muss das Gespräch unterbrechen. "Ich denke, so wird das nichts", sagt er, denn schließlich habe der Leser ja auch ein Recht darauf, zu erfahren, worum es eigentlich geht. "Es geht um eine Betrachtung der Dinge aus dem Leben, die dramatisch ist", erklärt Martin vom Wullfesfeld, der eigentlich Martin Schäfer heißt, mittlerweile in Bitburg wohnt und seit seinem Studium an der Musikhochschule in Düsseldorf versucht, die größtmögliche Bandbreite an Musik zu durchleben. Er ist mit deutschen Symphonieorchestern in ganz Europa aufgetreten, war mit durchgeknallten Rockmusikern auf Tournee, hat als Schlagwerker die unterschiedlichsten Klangwelten kreiert und ist dabei immer eines geblieben: auf der Suche. Irgendwann im vergangenen Sommer habe dann das Telefon geklingelt, und am anderen Ende der Leitung war Thomas Peters. Die Idee sei schon länger in seinem Kopf gewesen, sagt der aus Ralingen stammende Peters, der nach seiner Ausbildung zum Energieelektroniker am Konservatorium der Stadt Wien Schauspiel, Tanz und Gesang studiert hat. "Popballaden und kabarettistische Lieder - zum Teil mit bösen Gedanken", umschreibt der Schauspieler das Programm, und spätestens beim "allerletzten Glas von Jaques Brel" werde es feuchter, "wenn auch nicht immer fröhlich". Es gehe um die Verbindung von Dramatischem und schwarzem Humor, ergänzt von Wulffesfeld weshalb das Programm auch den Namen "Mackie Messer & Mr. Süffelmann" trägt und darin sowohl Texte und Lieder von Bertolt Brecht, Kurt Weill, Hildegard Knef als auch von JBO, Jule Neigel oder Mozart vorkommen. Dass die Zusammenarbeit der beiden Künstler auch über die vier Auftritte (neben Bitburg noch in Wien, Konstanz und Saarbrücken) hinaus andauern wird, davon sind beide überzeugt. "Es hat einfach gefunkt", sagt von Wulffesfeld, sie würden einfach zusammen passen. Peters sieht das genauso: "Ich wollte keinen Pianisten, der mich einfach nur begleitet." "Dann hätte ich es auch nicht gemacht" "Ich hab vorsichtig angefragt..." "Eigentlich war es ganz anders. Du hast mich gefragt, ob ich jemanden kenne, der..." "Och Martin, jetzt halt besser die Klappe und spiel!" Karten für "Mackie Messer & Mr. Süffelmann" am 11. Februar um 20 Uhr im Haus Beda gibt es bei der Kulturgemeinschaft Bitburg, Telefon: 06561/6001 -220 oder -225.