1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Vorbei an vielen Perlen und Schandflecken

Vorbei an vielen Perlen und Schandflecken

Die Kommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" hat Büdesheim und Schönecken besucht. Beide Orte zeigten realistische Bilder ihrer Heimat.

Büdesheim/Schönecken Auf den ersten Blick ist es ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen: Hier das kleine Dörfchen Büdesheim am äußersten östlichen Rand der Verbandsgemeinde (VG) Prüm, auf der anderen steht Schönecken, der zweitgrößte Ort der VG. "Zwei Dörfer, das eine davon eigentlich schon auf dem Sprung zur Kleinstadt - leicht ist es nicht, sie zu vergleichen, aber dafür gibt es ja auch harte Kriterien", sagt VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen und begrüßt die fünfköpfige Jury des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft".
Neun Dörfer nehmen auf Kreisebene am aktuellen Durchgang teil, zwei weitere bewerben sich in der Sonderkategorie "Innenentwicklung". Freitag macht die Jury erstmals Halt in der VG Prüm. "Gerade weil die Orte so verschieden sind, ist es spannend", sagt der Kommissionsvorsitzende Helmut Fink. Und wie sich zeigt, haben die Bewerber tatsächlich Spannendes zu präsentieren. "Das Potenzial von Büdesheim ist groß. Man sieht leider noch sehr viele Eternitplatten an den Fassaden, aber ich bin mir sicher, dass die Baustruktur darunter noch gut erhalten ist", sagt die freie Architektin Marie-Luise Niewodniczanska. Quer durch den Ort und per Bus begleitet Ortsbürgermeister Albert Klasen die Fachleute auch in die Außenbereiche des Dorfs.
"Vorbei an schönen, aber auch an hässlichen Ecken - wir wollen ein realistisches Bild von unserem Dorf präsentieren", sagt er und weist beispielsweise auf eine leer stehende Industrieanlage hin. "Die würden wir schon gerne kaufen, um die Fläche neu zu entwickeln." Auch ein ungenutztes Anwesen in direkter Nähe zum Dorfgemeinschaftshaus verfalle immer mehr und sei dabei eigentlich interessant. "Wir sind im Kontakt mit der Besitzerin."
Ähnliche Initiativen stehen wiederum in Schönecken kurz vor dem Abschluss. "Wir werden noch in diesem Monat das alte, verfallende Kloster kaufen", sagt Schöneckens Dorfchef Matthias Antony. Auch im Flecken wird die Jury zu den zahlreichen Perlen, aber auch zu zumindest interessanten Stellen im Ort geführt und oder gefahren. Per Bus geht es zum Beispiel zur Burgruine hinauf. "Wenn man im Flecken ist, muss man die Burg besucht haben", sagt Antony. Wie sein Amtskollege versucht er nicht, von Problemstellen abzulenken. "Wir arbeiten seit mehr als zehn Jahren an der Dorfentwicklung, da gibt es immer noch viel zu tun."
Lange habe man im Flecken den Dorfwettbewerb gemieden. "Wir dachten einerseits, dass wir noch lange nicht fertig sind, andererseits hatten wir einfach auch nicht die Kapazitäten, weil wir mit der Entwicklung so beschäftigt waren."
Auch in Büdesheim sei man lange Zeit zurückhaltend gewesen, sagt Klasen. "Nun wollten wir aber unbedingt, denn selbst wenn man nicht auf einem der ersten Plätze landet, das Dorf kann dadurch nur gewinnen."
Die Kommission setzt am Montag, 15. Mai, ihre Tour um 9 Uhr in Pronsfeld und ab 12.30 Uhr in Waxweiler fort.