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Das Drei-Säulen-Modell von Röhl

"Eine Hand wäscht die andere": Das war und ist der Wahlspruch von Hermann Loskyll, Alois Lemling und Jakob Ehlenz (von links), die gemeinsam tragende Säulen des Musikvereins Röhl waren und sind. TV-Foto: Rudolf Höser
"Eine Hand wäscht die andere": Das war und ist der Wahlspruch von Hermann Loskyll, Alois Lemling und Jakob Ehlenz (von links), die gemeinsam tragende Säulen des Musikvereins Röhl waren und sind. TV-Foto: Rudolf Höser
RÖHL. Sie waren und sind die drei tragenden Säulen des Musikvereins Röhl: Alois Lemling, Herman Loskyll und Jakob Ehlenz wurden vom Musikverein Röhl geehrt und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die drei verbindet eine erlebnisreiche Zeit im Takt der Musik. ARRAY(0x1f75ea728)

Die offiziellen Ehrungen haben sie eben hinter sich gelassen. Die Vereinsmitglieder stehen gerade an, um sich am Buffet der Weihnachtsfeier des Musikvereins Röhl im Gasthaus Wings zu erfreuen. Die drei Männer des Abends halten einen Moment inne. Sie sitzen mit uns abseits am Tisch und wir reden. Sprechen über die vielen gemeinsamen Jahre, die Alois, Hermann und Jakob gemeinsam für den Musikverein Röhl gegangen sind.Drei Musiker mit Herzblut

"Die Blasmusik verbindet uns. Wir sind alle drei Musiker, die mit Herzblut hinter der Sache stehen", resümieren sie. Natürlich freut sich Alois Lemling über das Goldene Ehrenzeichen mit der Zahl 50 und den Ehrenbrief des Landesmusikverbandes. Vizepräsident Hans Fomin hat ihn an Lemling überreicht und sein Wirken über fünf Jahrzehnte gelobt. "Wichtig war uns immer der Zusammenhalt untereinander und im Verein", bestärkt Hermann Loskyll das Zusammengehörigkeitsgefühl. "Wir haben immer miteinander, nie gegeneinander gearbeitet", sagt Jakob Ehlenz. Die Männer werden ruhig. Sie spüren, dass sie etwas Besonderes erlebt haben und dass die Menschen um sie herum genau das bemerkt haben. 1964 hat Lemling den MV Röhl als Dirigent übernommen. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits Dirigent in Idenheim. Auch in Mötsch und in Eisenach hat er den Taktstock geschwungen. Er stand dem Musikverein "Eifelland" Röhl ununterbrochen von 1964 bis 2006 vor. Seine Mitstreiter erwähnen, dass er sich immer sehr für die Förderung der Jugend eingesetzt hat. Als Kreisjugendleiter hat er viele zur Blasmusik gebracht. Am Herzen liegt ihm auch die Kirchenmusik. Viele Werke des kirchlichen Liedgutes in Röhl stammen aus seiner Feder. Auch als Organist in der Pfarrei ist er tätig. "Einmal ist es mir passiert, dass ich zu einem Auftritt nach Röhl fuhr und unterwegs feststellte, dass ich die Uniform des Musikvereins aus Idenheim angezogen hatte. So musste ich umkehren, fuhr nach Hause und zog mich um", gesteht der 73-jährige Ehrendirigent. Jakob Ehlenz erzählt: "Einst waren wir mit dem Bus zu einem Konzert nach Rommersheim unterwegs. An diesem Tag hatte unser Alois seinen 60. Geburtstag. Wir hatten abgesprochen: Keiner gratuliert ihm, wir tun so, als hätten wir seinen Geburtstag vergessen. Auf der Rückfahrt haben wir Alois in Sülm ausgeladen und sind einfach weitergefahren. Er ließ sich nichts anmerken." Lemling erinnert sich: "Ich hatte mich schon umgezogen und war wohl auch etwas unpässlich, als plötzlich vor meinem Haus der Musikverein mit einem Geburtstagsständchen begann." Die Überraschung war perfekt, die Absprache schnell entlarvt. Hermann Loskyll spielte Tenorhorn und war der zuverlässige Notenwart. Stundenlang sortierte er die Notenblätter und konnte so allen eine perfekte Mappe übergeben. Heute spielt Enkel Sebastian sein Tenorhorn, eines der erreichten Ziele, bevor sich Hermann aus dem aktiven Musikleben zurückziehen wollte. Die Zugposaune war jahrelang die Domäne von Jakob Ehlenz. Auch Waldhorn und Trommel kennen seinen Takt. Heute spielt er die Lyra. Gemeinsam haben die drei Geehrten 1971 das Wald- und Wiesenfest in Röhl auf die Beine gestellt. Seither ist das Fest der jährliche Gemeinschaftstag der Röhler mit ihrem Musikverein und die finanzielle Basis des Vereins. Der Vorsitzende Edgar Loskyll und Ortsbürgermeister Klaus Proost gratulierten und wünschten den Geehrten alles Gute für die Zukunft. Für die Ehefrauen der Musiker gab es Blumen und Dankesworte.