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Ausstellung
Die treiben es jetzt wieder bunt

 Gruppenbild mit Vorsitzendem: Werner von Schichau zwischen Damen mit Schirm, bunten Fischen und surrealen Zeichnungen.
Gruppenbild mit Vorsitzendem: Werner von Schichau zwischen Damen mit Schirm, bunten Fischen und surrealen Zeichnungen. FOTO: TV / Dagmar Dettmer
Bitburg. Selbstbewusste Damen, verschneite Hasen, verträumte Landschaften und jede Menge wilder Farbe: Der Kunstkreis Beda eröffnet seine Jahresausstellung diesen Sonntag. Von Dagmar Dettmer
Dagmar Schommer

Mittendrin in der neuen Galerie von Haus Beda steht das Fräulein Else. Ihre Geschichte hat Arthur Schnitzler 1924 aufgeschrieben. Else wurde von ihrem Vater, der 30 000 Gulden Schulden hatte, gebeten zu helfen. Sie sollte sich bemühen, das Geld von einem Mäzen einzutreiben. Der aber wollte ihr nur  entgegenkommen, wenn er sie nackt betrachten dürfte.

Fräulein Else ringt mit sich, zerrissen zwischen der Loyalität zum Vater und der eigenen Integrität. Im Haus Beda ist das Fräulein jedenfalls nicht nackt zu sehen, sondern als Skulptur mit ungewöhnlichem Hut. Damit setzt Karin Waldmann der Novelle Schnitzlers ein Denkmal. Sie ist eine der 37 Künstler und Künstlerinnen, die ihre Arbeiten bei der Jahresausstellung des Kunstkreises Beda zeigen.

Es ist eine bunte, vielfältige Schau, mit rund 100 Werken, die Spaß machen. „Kunst wird erst dann zu Kunst, wenn man ausstellt“, sagt Werner von Schichau, Vorsitzender des Kunstkreises, und zitiert Gerhard Richter: „Erst der Betrachter vollendet das Werk.“ Schwingt da nicht etwas Verachtung mit in Fräulein Elses Blick? Manche der Bilder laden ein, zur Ruhe zu kommen, andere wühlen auf.

Ob Zeichnungen, Ölgemälde, Aquarelle, Kreide- oder Emaille-Arbeiten: Die Techniken, die die Künstler anwenden; sind so vielfältig, wie ihre Motive und der Weg, diese in Szene zu setzen. Manches ist surreal, anderes, wie etwa eine Gruppe von Kühen im Nebel, ganz naturalistisch. Wilde abstrakte Farbkombinationen gibt es ebenso wie Landschaften und Dorfansichten, etwa von Schönecken und Bitburg-Stahl.

Ausgewählt wurden die Bilder von einer unabhängigen Jury. Mitmachen kann jeder, der Mitglied im Kunstkreis ist. Und das sind inzwischen rund 80 Künstler aus dem Bitburger und Prümer Raum, von Daun bis in den Hunsrück und auch Luxemburger sind vertreten. Und wer Gefallen an einem der Werke findet: Fast alles kann auch gekauft werden. Das Schöne daran: Die Kunst ist erschwinglich: Mit Preisen von 150 bis 6000 Euro dürfte ähnlich wie bei den Motiven für jeden etwas dabei sein. Die meisten Bilder kosten zwischen 400 und 1000 Euro.

„Natürlich freuen wir uns, wenn was gekauft wird“, sagt von Schichau. Aber für ihn steht die Freude im Vordergrund, mit seinen Kollegen diese Schau auf die Beine zu stellen. „Rund 5000 Besucher haben wir in den vergangenen zehn Jahren gehabt“, sagt von Schichau stolz. Und wie ging das nun mit diesem Fräulein Else aus? „Ach“, sagt von Schichaus, „das verrät ein Blick in ihr Gesicht.“ Und so gibt es in dieser Ausstellung einige Geschichten zu entdecken.

Die Vernissage der Jahresausstellung des Kunstkreises Beda ist am Sonntag, 20. Januar, 11 Uhr, im Haus Beda in Bitburg. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 3. Februar, zu sehen. Weitere Fotos aus der Schau unter www.volksfreund.de