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Verkehr
Eisenbahnfreunde starten Online-Petition für Hunsrückbahn

FOTO: TV / Ig Nationalparkbahn
Thalfang/Morbach/Hermeskeil. Eine Online-Petition soll helfen, die Hunsrückbahn zu reaktivieren. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Mit einer historischen Eisenbahn durch den Hunsrück über Viadukte wie zum Beispiel bei Hoxel und auf landschaftlich ansprechenden Strecken durch den Hunsrück fahren? Das ist für viele Menschen in der Region immer noch ein unerfüllter Traum. Vor vielen Jahren war das noch möglich, als die Deutsche Bahn die Hunsrückbahn und die Hunsrückquerbahn mit Schienenbussen befuhr. Aber nach und nach rentierte sich die Strecke nicht mehr und der Verkehr wurde  beendet.  Seit mehreren Jahren bemühen sich Bürger und auch die Politik, darum, die Teilstrecken wieder - zumindest für touristische Zwecke - zu öffnen.

Das Thema wird indes auch kontrovers diskutiert, im Saarland gibt es Bestrebungen, die Gleise zu demontieren und die Trasse zum Radweg auszubauen. Patrick Pandel von der Interessengemeinschaft Nationalparkbahn Hunsrück Hochwald erläutert: „Im Hunsrück wird seit Jahren mal mehr und mal weniger über die Reaktivierung der Hunsrückquerbahn von Langenlonsheim über Stromberg und Simmern zum Flughafen Hahn im regulären Personennahverkehr diskutiert.“ Es gebe, so Pandel,   viele Befürworter dieses wichtigen Vorhabens zur Erschließung der Hunsrückregion mit der Schiene.
Pandel: „Unser Verein spricht sich natürlich ganz klar für einen regulären Nahverkehr auf der Schiene im Hunsrück aus. Sollte die Verbindung der Hochwaldbahn im Saarland gekappt werden, wie es das Saarland derzeit plant, wäre eine Verbindung der Nationalparkbahn von Norden her in Büchenbeuren an das deutsche Schienennetz mit einer regulär befahrenen Strecke gesichert.“  Pandel unterstützt deshalb eine Online-Petition, die die Eisenbahnaktivistin  Sandra Jasper vor drei Wochen auf der Plattform www.change.org gestartet hat.

Bislang haben etwa 600 Menschen die Petition unterschrieben. Als Hauptbeweggrund der Peition   nennt Jasper, den Wunsch, dass viele Bürger aus dem Hunsrück oder Pendler aus der näheren und ferneren Umgebung die Möglichkeit einer Zuganbindung zum schnellen Fortbewegen haben. „Sei es um von und zur Arbeit zu pendeln, um am Wochenende in die Stadt zum Einkaufen zu fahren, um in Bingen Winzerfeste zu besuchen oder um ganz allgemein das Auto mal daheim stehen zu lassen - wie schön wäre es, wenn man im Hunsrück und Umkreis diese Möglichkeiten hätte?“, schreibt Jasper.  Die Petition ist direkt an das rheinland-pfälzische Verkehrministerium gerichtet und sei, so Jasper, auch als Reaktion auf die Gründung einer Interessengemeinschaft „Hunsrückbahn So nicht“ in Windesheim (Verbandsgemeinde Langenlonsheim) zu sehen. Dort warnen Bürger vor den Gefahren der Eisenbahn in Hinblick auf Lärmbelästigung und Sicherheit.

 
https://www.change.org/p/bundesministerium-f%C3%BCr-verkehr-und-digitale-infrastruktur-endlich-hunsr%C3%BCck-bahn-b%C3%BCrger-m%C3%B6chten-zugfahren