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Jetzt offiziell: Luxemburg keine Steueroase mehr

Jetzt offiziell: Luxemburg keine Steueroase mehr

Innerhalb weniger Wochen hat es Luxemburg geschafft, dass die OECD das Land von der „grauen Liste“ der Steuer-Oasen streicht. Das Großherzogtum hat mit zwölf Staaten Doppelbesteuerungs-Abkommen beschlossen. Mit Deutschland ist man – nicht zuletzt wegen der umstrittenen Steinbrück-Äußerungen – noch nicht handelseinig.

(dpa/hw) „Wir sind das erste Land, das es geschafft hat, von der ,grauen Liste’ herunterzukommen. Das ist eine sehr gute Nachricht für den Finanzplatz Luxemburg“, sagte gestern Luxemburgs Budgetminister Luc Frieden. Das Großherzogtum war Anfang April mit der Schweiz, Österreich und Belgien auf eine „graue Liste“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von Staaten gesetzt worden, die noch nicht ausreichend die Steuerhinterziehung bekämpften.

Zugleich hatte vor allem Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit Äußerungen über die „Steueroase“ Luxemburg sowie mit dem Vergleich Luxemburgs mit der westafrikanischen Stadt Ouagadougou (Hauptstadt von Burkina Faso) für Empörung gesorgt. Dieser Streit verzögere nun den Abschluss eines Abkommens nach OECD-Standard zwischen Luxemburg und Deutschland, hieß es gestern aus Luxemburg. Mit seinem Nachbarland wolle Luxemburg dennoch bis zum „Winteranfang“ ein Abkommen verabschiedet haben. Berlin fordere aber Änderungen im Vergleich zu den zwölf nun vorliegenden Musterabkommen. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn Deutschland ein Abkommen abschließen würde, das den gleichen Inhalt hätte wie die Abkommen mit Frankreich und USA“, sagte Frieden.

Für Anleger aus Deutschland, die Geld in Luxemburg angelegt haben, ändert sich nach einem solchen Abkommen vermutlich wenig. Denn, Daten werden erst dann von den jeweiligen Finanzbehörden weitergereicht, wenn es einen konkreten Verdacht auf Steuerhinterziehung und Steuerbetrug gibt und ein klarer Hinweis auf Luxemburg vorliegt. Es gebe jedoch keine routinemäßige Übermittlung von Kontendaten an ausländische Steuerbehörden. Zudem sei festgelegt, dass die Abkommen nicht rückwirkend gelten. Luxemburgs Budgetminister Luc Frieden ist sich sicher, dass es keinen Grund zur Sorge gebe, dass die Abkommen dem Finanzplatz Luxemburg in Zukunft schaden könnten.