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Bis Paris nur noch ein Katzensprung

Bis Paris nur noch ein Katzensprung

Mindestens 25 Erstklässler starten nach den Sommerferien mit dem zweisprachigen Zweig der Wahlschule Wincheringen. Nachdem der Schulbezirk aufgelöst worden ist, können nun auch Eltern, die in einer ganz anderen Ecke der Region wohnen, ihre Kinder dort anmelden. Spätestens bis Ende Mai muss dies allerdings geschehen sein.

Wincheringen. Bernhard Herbrand, leitender Regierungs-Schuldirektor der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD), ist sich sicher: "Die Wahlschule in Wincheringen wird eine Entwicklung anstoßen. Durch das, was hier nach den Sommerferien startet, kommt Einiges in Gang." Mit dem, was zum Schuljahres-Beginn 2008/2009 parallel zur "regulären" ersten Klasse an der Grundschule in Wincheringen starten wird, ist der bilinguale Sprachzweig gemeint. Ab dem ersten Schuljahr werden die Kinder dieser Klasse an sieben Wochenstunden in Sport, bildnerischem Gestalten, Französisch und Projektarbeit von einer Muttersprachlerin in Französisch unterrichtet. Bis zur vierten Klasse wird der Unterricht auf Französisch in zusätzlichen Fächern auf bis zu 15 Wochenstunden aufgestockt (der TV berichtete).Zunächst als Projekt für den Schulbezirk Wincheringen geplant, haben sich die Vorzeichen nun geändert. Das Ministerium in Mainz hat zugestimmt, für die neue Wahlschule den Schulbezirk Wincheringen - zu dem die Ortsgemeinden Wincheringen, Merzkirchen und Palzem gehörten - aufzulösen. So können nun auch Eltern aus dem gesamten Kreis Trier-Saarburg und darüber hinaus ihre Kinder für dieses neue Ausbildungs-Angebot anmelden. 25 Jungen und Mädchen - allesamt aus dem bisherigen Schulbezirk Wincheringen - sind nach Auskunft von Schulleiter Addi Arens bislang für den zweisprachigen Zweig angemeldet.Anfragen aus Paris und Norddeutschland

Noch intensiver als Martin Zens, Jan Spiekermann, Ben Spoek, Sarah Diewald,Johanna Engels und Kai Hilger aus der 4a werden demnächst die Erstklässler der Wahlschule Wincheringen Französisch lernen. Foto: Grundschule Wincheringen

"Wir haben aber tatsächlich in den vergangenen Tagen Anfragen von weiter her gehabt. So haben sich Eltern gemeldet, die mit der Familie von Paris hierher ziehen werden sowie zwei aus Norddeutschland." Er wolle abwarten, ob weitere Meldungen kommen. "Maximal bis Ende Mai lassen wir eine Warteliste offen", so Arens - und räumt ein: "Die Zahl der Anmeldungen müsste sich schon auf 36 bis 38 Schüler belaufen, damit es sich rentiert, eine zweite zweisprachige Klasse einzurichten." Berücksichtigt werden müsse zudem, dass möglicherweise einige Schüler nach einer gewissen Zeit wegen Überforderung in die reguläre Klasse - für die derzeit elf Schüler angemeldet seien - wechselten, meint Bernhard Herbrand. "Deshalb würde ich es am Anfang eher bei einer Klasse belassen." Von Idee und Konzept überzeugt geben sich alle, die mit der Planung der Wahlschule in irgendeiner Form zu tun hatten oder haben. "Bei den Eltern trifft das Vorhaben auf große Zustimmung", sagt Schulelternsprecherin Karin Schartz. Schulleiter Arens sieht in dem neuen Angebot auch einen wichtigen Schritt innerhalb der "Wirtschafts-Struktur-Politik", wie er sagt: "Das Gymnasium Saarburg hat ja schon nachgezogen und bietet ebenfalls nach den Sommerferien einen bilingualen Zweig an. Wir sind Zubringer für die weiterführenden Schulen in Saarburg und Perl." Bernhard Herbrand ist überzeugt, dass die Wincheringer einen Stein ins Rollen bringen. "Das wird in der Region mit Sicherheit nicht die letzte Schule mit dieser Ausrichtung sein."