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Die Reihen haben sich schon stark gelichtet

Die Reihen haben sich schon stark gelichtet

HERMESKEIL. Die letzten Rekruten sind bereits gegangen, und auch das schwere Waffengerät ist schon weg. In der Hermeskeiler Hochwaldkaserne hat das finale Quartal vor der endgültigen Schließung zum Jahresende begonnen. Der TV informiert über den aktuellen Stand der Auflösungs-Arbeiten in der Garnison.

Als der "MARS" aus dem Tor rollte, hatten sich die verbliebenen Soldaten noch einmal zum feierlichen Salut aufgereiht. Ende September hat auch der letzte Raketenwerfer die Hermeskeiler Hochwaldkaserne verlassen, um ins Geräte-Hauptdepot der Bundeswehr nach Karlsruhe gebracht zu werden. "Damit sind alle schweren Waffen weg", sagt Oberstleutnant Otto Weingarth, der das Raketenartillerielehrbataillon 52 bis zur endgültigen Auflösung führen wird. Fast zeitgleich haben auch die letzten Rekruten - 30 waren es an der Zahl - ihre Grundausbildung beendet und die Garnison verlassen. Damit ist ein weiterer Auftrag des Bataillons abgeschlossen und es gibt, so Weingarth, jetzt nur noch eine Aufgabe zu erfüllen: "Die Räumung der Kaserne". Die einzige Ausnahme: Noch bis zum 20. Oktober sind 14 Soldaten der 2. Batterie auf einem Truppenübungsplatz in Thüringen, um dort einen albanischen Sicherheitszug für den KFOR-Einsatz im Kosovo auszubilden. Ansonsten steht in Hermeskeil im letzten Quartal 2006 aber alles ganz im Zeichen der Standort-Auflösung, wobei die Vorbereitungen dafür bereits seit mehreren Monaten im Gange sind. Seit dem großen Abschiedsfest der Garnison, dem "Tag der Soldaten", ist der "Abfluss von Personal und Material nämlich sukzessive weitergegangen", sagt Weingarth. Viele Soldaten wurden bereits an ihre neuen Dienststellen versetzt, und so haben sich in Hermeskeil die Reihen der Uniformierten merklich gelichtet. Waren im Mai noch 380 Männer und Frauen im Hochwald stationiert, so hat sich diese Zahl auf aktuell 110 reduziert. "Ende November werden es vermutlich nur noch 40 Leute sein. Dieses Rest-Personal wird die Kaserne dann auch abschließen", sagt Weingarth. Als nächster Schritt sollen bis zum 17. Oktober auch alle leichteren Waffen Hermeskeil verlassen haben. "Erst wenn dieses sicherheitsempfindliche Gerät weg ist, können wir auch die Bewachung herunterfahren", sagt der Bataillons-Führer. Parallel dazu wird das Material, beispielsweise die Fahrzeuge, und das Inventar der Kaserne an die Standortverwaltung übergeben. "Unsere Sachen werden bundesweit an andere Standorte verteilt oder auch verkauft", weiß Hauptmann Timo Kaufmann, der zum so genannten Schlüsselpersonal gehört, das die Kasernenschließung in Hermeskeil steuert. Offiziell Stichtag dafür ist zwar der 31. Dezember. Allerdings, so Weingarth, wollen die verbliebenen Kräfte ihre Arbeit bereits bis zum 14. Dezember so weit erledigt haben, "dass wir das zurückgebliebene Material der Hochwaldkaserne in die Verantwortung der zuständigen Abwicklungsdienststelle in Kusel weitergeben können". An diesem Tag werden der letzte Soldat und die noch verbliebenen Zivilangestellten die Kaserne verlassen, das Tor geschlossen und die 43-jährige Geschichte der Hermeskeiler Garnison zu Ende sein. Allerdings, so stellt Weingarth klar, "wird bis zu diesem Termin nicht alles weg sein". Deshalb sei angedacht, dass Zivilangestellte als Hausmeister in der leer stehenden Kaserne nach dem Rechten schauen und das Gelände pflegen. "Der Standort ist uns an Herz gewachsen"

Vom Militärgebiet zur zivilen Fläche wird die Kaserne schließlich, wenn die Standortverwaltung die Liegenschaft an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) übergibt. Dieser Schritt erfolgt entweder noch im Dezember oder im Januar 2007. "Der genaue Termin steht aber noch nicht fest", betont Weingarth. Eins weiß der Führer des Raketenartillerielehrbatailllons 52 aber ganz sicher: "Die Entscheidung ist nicht mehr zu ändern. Es tut einem schon weh, dass wir die Hochwaldkaserne verlassen müssen. Denn der Standort ist uns schon ans Herz gewachsen."