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Kirfer wollen ihren Sportverein retten

Kirfer wollen ihren Sportverein retten

Vereinsmitglieder gehen ungewöhnliche Wege zur Neugestaltung ihrer Sportstätte. Sie setzen auf das Internet und hoffen auf viele Spender. Doch das ist nicht alles, was sie tun.

Kirf Johannes Rathmann greift zum Besen. "Schon wieder ist hier alles voller Brasche", sagt der stellvertretende Jugendleiter des Sportvereins Kirf verärgert über die Verschmutzung des Sportheimbodens. Das Problem ist aus seiner Sicht der Hartplatz. Rathmann: "Der wurde 1974 gebaut und ist damit so alt wie der Verein."
Jörg Mayer, zweiter Vorsitzender des Vereins, beschreibt: "Die Deckschicht ist durch. Da kommt stellenweise schon der Unterbau durch." Gastvereine hätten bereits signalisiert, dass sie lieber in Trassem spielen würden als in Kirf. In Trassem gibt es Naturrasen. Die Vereine der beiden Orte haben sich zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen. Mayer und Rathmann fürchten, dass es in absehbarer Zeit immer weniger Aktive beim Verein gibt und der SV in seiner Existenz gefährdet ist, wenn der Platz so bleibt.
Was also tun? Sich auf Zuschüsse verlassen? Die würden wohl nicht vor 2019 fließen, und das dauert den Vereinsvertretern zu lange. Crowdfunding (von crowd für Menschenmenge und funding für Finanzierung, auch Schwarmfinanzierung) lautet das Zauberwort. Es geht darum, möglichst viele Menschen im Internet zu finden, denen ein moderner Verein mit einem Rasenplatz eine Spende wert ist (siehe Info).
Eine Sprenkelanlage für 20 000 Euro einschließlich Brunnenbau, um Trinkwasser zu sparen, wäre laut den Vereinsvertretern auch bei einem sanierten Hartplatz fällig, denn der staube bei trockener Witterung sehr. Zudem sei die Verletzungsgefahr auf dem Hartplatz wesentlich höher. Mayer ergänzt: "Die Eltern unserer Jugendlichen wären uns auch dankbar, wenn die Trikots ohne rote Erde ein bisschen sauberer blieben." Ein möglicher Zuschuss von 25 000 Euro vom Kreis und Sportbund reiche aber nicht, denn die neue Naturrasendecke würde 60 000 Euro kosten. "Deshalb haben wir uns für Crowdfunding entschlossen", erklärt Rathmann.
Mayer erläutert: "Der Platz in Trassem wäre im Winter noch bespielbar, wenn bei uns schon Schnee liegt." Der Vorstand verspricht sich auch attraktivere Spiele mit mehr Zuschauern und damit mehr Geld in der Vereinskasse. Außerdem wäre die Versuchung für Spieler, den Verein zu wechseln, geringer. Zudem könne sich immer eine der beiden Rasenflächen von den Strapazen der Spiele erholen. "Ein Kunstrasenplatz ist illusorisch teuer, das ist uns bekannt", stellt Rathmann fest. Parallel zum Internet-Aufruf will sich der Verein auf Sponsorensuche machen. Mit der Volksbank Trier hat er schon einen gefunden. Das Geldinstitut will auf jede Spende ab fünf Euro noch mal fünf drauflegen.
Für den Kirfer Verein sind 60 000 Euro eine Menge Geld, für einen Rasenplatz ist die Summe vergleichsweise bescheiden. Mayer erklärt: "Der Unterbau des Hartplatzes ist ja noch gut, ebenso die Drainagen." Dennoch müsse der Rasenplatz von einer Fachfirma gebaut werden, weil die Vereinsmitglieder weder die Kompetenz noch die Spezialmaschinen hätten. Für den Fall, dass bald genügend Geld zusammenkäme, könnte der Sportverein Kirf bereits im Herbst kommenden Jahres auf neuem Grün auf Punktejagd gehen. Vor allem die kleinen Kicker wollten eine "Wiese" und keinen "Sandkasten", heißt es.
Extra: DIE KAMPAGNE IM INTERNET


Unter den Schlagworten "SV Kirf braucht einen Rasenplatz" findet man im Internet ein Video, mit dem der Verein auf sein Anliegen aufmerksam macht. Auf der Homepage <%LINK auto="true" href="http://www.svkirf.com" text="www.svkirf.com" class="more"%> stehen Links bereit, darunter <%LINK auto="true" href="http://www.betterplace.org" text="www.betterplace.org" class="more"%> und <%LINK auto="true" href="http://www.vereinsleben.de" text="www.vereinsleben.de" class="more"%> , auf denen erklärt wird, wie Interessierte spenden können und warum der Naturrasen für den Verein so wichtig ist. Der SV Kirf hat derzeit 180 Mitglieder, davon rund 100 Aktive. Es gibt acht Mannschaften, von den Bambini bis zu den Alten Herren. 70 Kinder und Jugendliche spielen hier Fußball.