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Konzer "Leuchtturm" für Flüchtlinge

Konzer "Leuchtturm" für Flüchtlinge

Das Caritas-Projekt "Flucht und Asyl" begleitet in Konz Flüchtlinge bei der Bewältigung ihres Alltags. Weihbischof Dr. Helmut Dieser hat die zentrale Anlaufstelle aufgesucht und fand großes Lob für die seit einem Jahr laufende Flüchtlingshilfe.

Konz. Ein Ort von Kirche. Das sei das Caritas-Projekt "Flucht und Asyl". Im Rahmen seiner Firm- und Visitationsreise im Dekanat Konz-Saarburg hat Weihbischof Dr. Helmut Dieser die zentrale Anlaufstelle der Caritas in Konz besucht und sich mit Mitarbeitern, Partnern und Flüchtlingen ausgetauscht. In der Beethovengalerie in Konz, Elisabethstraße 30, erfahren Flüchtlinge seit rund einem Jahr Begleitung, Beratung und Förderung in vielfältigen Bereichen.
Siham Dawit (27) und Michael G.her (28) kommen aus Eritrea. Seit einem halben Jahr lebt das Ehepaar in Konz - nach einer langen Flucht über das Mittelmeer. Beide waren zuvor über acht Jahre im Militärdienst des repressiven Einparteienstaates. Vor drei Monaten kam Tochter Sara zur Welt. "Hier wird jeder wie ein Mensch behandelt", sagt Dawit darüber, wie sie in Konz aufgenommen worden sind. "Wir fühlen uns respektiert. Dafür sind wir sehr dankbar", sagt sie. Die Beratungsstelle der Caritas begleitete das Paar bei den Gesprächen zum Asylantrag, unterstützte sie bei Problemen mit dem Standesamt wegen des Nachnamens des Babys.
Egal aus welchem Land sie kommen oder welcher Religion sie angehören. In der Anlaufstelle in Konz würde jeder als Mensch angenommen, lobte Weihbischof Dieser. Er bedankte sich bei den Mitarbeitern für ihr Engagement, mit dem sie diesen Ort "zum Leuchtturm" machten. Jeder, der komme, habe eine andere Geschichte, eigene Ängste, und Hoffnungen. "Ich fühle viel Respekt für Ihre Situation", sagte der Weihbischof zu den Flüchtlingen. Er wünschte ihnen "viele gute Kontakte, die Mut machen". Ehsan Alsaleh ist 35 und kommt aus Syrien. Sein Haus dort ist zerstört, berichtet er. Als er für den Militärdienst eingezogen werden sollte, habe er beschlossen zu fliehen, sagt Alsaleh. Seit einem Jahr ist er nun in Deutschland. In Syrien war er Lehrer und hofft in Deutschland auf Arbeit, vielleicht mit einer Ausbildung zum Krankenpfleger. Begleitet wird er auf diesem Weg von der Caritas. Die Unterstützung in der Anlaufstelle findet er "sehr gut". Einander begegnen, das hält der Weihbischof für sehr wichtig im Dialog mit Menschen aus anderen Kulturen. "Wir alle müssen reden." Denn, wenn man nicht miteinander spreche und einander zuhöre, könne man auch keine Ängste abbauen. Und so werde er auch seine Erfahrungen aus den Gesprächen in der Anlaufstelle der Caritas mitnehmen und weitertragen, sagte er abschließend. "Es ist gut, dass es diese Einrichtung gibt."
Die Anlaufstelle ist ein Projekt des Landkreises Trier-Saarburg, das die Caritas als freier Träger betreibt. In der Anlaufstelle befindet sich auch die Ehrenamtskoordination und -begleitung, die nach dem Konzept der Flüchtlingshilfe im Bistum Trier als Tandem von einem pastoralen Mitarbeiter und einem Mitarbeiter der Caritas verantwortet wird.
Interessierte können sich melden bei: Thomas Zuche, Telefon 06501/94571-16, E-Mail:
zuche.thomas@caritas-region-trier.de