1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Konzer Schuldenberg wächst weiter

Konzer Schuldenberg wächst weiter

Der Stadtrat Konz hat in seiner jüngsten Ratssitzung den Haushalt für das laufende Jahr beschlossen. Zum Ende des Jahres wird die Stadt mit knapp 48 Millionen Euro verschuldet sein, das sind in der 18 000-Einwohner-Stadt rund 2700 Euro pro Kopf.

Konz. Bernd Henter, Sprecher der CDU-Fraktion im Stadtrat Konz, bezeichnet die Verschuldung der Stadt in Höhe von 48 Millionen Euro als dramatisch. "Aber am Horizont scheint ein Silberstreif auf", relativiert Henter. Er hofft, dass mit der Neustrukturierung des kommunalen Finanzausgleichs im Land die Kreisumlage künftig sinken wird. Mit dem vorgelegten Haushalt der Stadt ist er zufrieden: "Konz hat seine Hausaufgaben gemacht", lobt Henter.
Eine Einschätzung, der sich der Fraktionsvorsitzende der FWG, Hermann-Josef Momper, anschließt. Er kritisiert gleichwohl, dass die Stadt die Rückzahlungen ans Land für die Sanierungsgebiete erst in diesem Jahr leistet. "Wären diese Verbindlichkeiten früher erfüllt worden, hätten wir uns schon früher mit der Sanierung der Bahnhofstraße und mit dem Stadtteil Karthaus beschäftigen können", sagt der FWG-Chef. Er begrüßt, dass die Stadt "endlich" eine barrierefreie Toilette samt Lagerraum für Konz-Könen plant: "Ich bin froh, dass Behinderte künftig nicht mehr von unseren Dorffesten ausgeschlossen werden."
Alfons Maximini, Fraktionsvorsitzender der Konzer SPD, macht es spannend, ob seine Fraktion zustimmt oder nicht: "Wer dem Haushalt nicht zustimmt, muss sagen, wo gespart werden kann." Er ist der Meinung, dass weder Brandschutzmaßnahmen, noch die Sanierung des Bibliotheksgebäudes, der Kita St. Johann oder der Bahnhofstraße aufschiebbar sind. "Und gerade das Projekt Soziale Stadt Karthaus ist ein Kind unserer Fraktion", schließt er seine Haushaltsrede und signalisiert, dass die Genossen zustimmen.
Claus Piedmont, Chef der Konzer FDP-Fraktion, schwelgt in Superlativen: "Der Haushaltsplan ist ein grandioses Werk." Er bezweifelt, dass sich die kommunalen Finanzen bis zu seinem Tod bessern werden. "Denn oft müssen wir Ausgaben beschließen, die uns von anderer Seite diktiert werden."
Kritik kommt von den Grünen


Einzige Kritikerin des Stadtetats ist Martina Wehrheim. Die Sprecherin der Grünen-Fraktion kritisiert die Erschließung des Baugebiets Pferdsgarten: "Diese Position belastet den Haushalt mit drei Millionen Euro. Der Pferdsgarten ist das teuerste Baugebiet der Verbandsgemeinde." Auch die Lösung, Berendsborn vom Hauptbahnhof mit einem Tunnel zu erschließen, gefällt ihr nicht. "Eine Anbindung mittels Lift über die Schillerbrücke ist hier deutlich vorzuziehen." Eine Kritik, die Bürgermeister Frieden zurückweist: "Die Lösung wäre mir auch lieber. Aber sie lässt sich technisch nicht umsetzen."
Am Ende der rund 90-minütigen Diskussion einigen sich CDU, SPD, FDP und FWG darauf, das Projekt Maiersbach - einer Grünspange, die den Hauptbahnhof mit dem Saarufer verbindet - und den Ausbau des Radwegs Ober-emmel-Wiltingen in den Investitionsplan 2014 zu verschieben. Außerdem sollen beim Ausbau des Moselufers 50 000 Euro gespart werden; auf die geplante Skateanlage wird verzichtet. In Zahlen heißt das: Das Jahresdefizit beträgt 2 430 000 Euro; das Eigenkapital sinkt voraussichtlich auf rund 22,3 Millionen Euro; die Verschuldung steigt auf 47 988 843 Euro. Der Haushalt wird mit einer Gegenstimme angenommen.