Mehr Blüten für mehr Insekten: 200 Besucher bei Pflanzenbörse in Gusenburg

Naturschutz : Mehr Blüten für mehr Insekten: 200 Besucher bei Pflanzenbörse in Gusenburg

Pflanzen kaufen oder tauschen – dazu hatte eine Bürgerinitiative am Samstag nach Gusenburg eingeladen. Es war die erste Veranstaltung der Gruppe, die sich für mehr blühende Wiesen einsetzt und dafür in der Heimat Mitstreiter sucht.

Zwei Dörfer, Gusenburg und Grimburg, wollen der Natur wieder mehr Freiraum bieten. Die Initiative Blühende Landschaft, ein bundesweites Netzwerk, wird vor Ort unter anderem von Hiltrud Pawlik und Georg Herrig vertreten. Mit einer Blühpflanzenbörse in Gusenburg hat ihre Regionalgruppe jetzt erstmals mit einer öffentlichen Veranstaltung für mehr Bewusstsein für die Natur geworben.

„Die Artenvielfalt bei den Insekten ist nicht nur wichtig für unser Obst und Gemüse, sondern auch als Nahrungsgrundlage für unsere heimischen Vögel“, nennt Hiltrud Pawlik einen Zusammenhang, den eigentlich jedes Kind kennen müsse. Das Bewusstsein für die Natur muss ihrer Ansicht nach im direkten Umfeld des Menschen beginnen, im Garten und rund ums Haus. Deshalb wurde zu Blühpflanzenspenden aufgerufen. Man konnte auf dem Platz vor der Pfarrkirche tauschen oder die Gruppe der mittlerweile 30 Aktivisten durch eine Spende unterstützen. „Gekauft werden davon Samen, die Mitte Mai auf einer Fläche am Ortseingang von Gusenburg ausgesät werden“, berichtet Georg Herrig von Plänen für eine neue Blumenwiese, die als erster Schritt helfen soll, das Artensterben umzukehren.

„Wer bei uns mitmacht, ist bereits Naturfreund oder hat zumindest das Gefühl, dass mit der Natur etwas nicht stimmt und man etwas tun muss“, wirbt Pawlik um weitere Aktivisten.

In einer Ecke des Platzes wird fleißig gehämmert. Kinder zimmern hier Insektenhotels zusammen, deren Einzelteile Hermann-Josef Schuh bereitgestellt hat. Er erklärt den Kindern: „Wir müssen nicht nur Vögeln Nistkästen bauen, sondern auch Insekten, damit die Vögel auch Futter haben.“ Natürliche Möglichkeiten wie Ritzen in Wänden würden zugespachtelt, Bäume, die als Nistplätze dienen könnten, gefällt.

Imker Jan-Christoph Joram aus Kell am See stellt die Protagonisten vor, die es vor Pflanzengiften zu schützen gilt. Er hat 20 Bienenvölker und erklärt: „Die stelle ich vorsichtshalber in die Nähe von Wasserschutzgebieten, um meine Bienen zu schützen.“ Schließlich seien seine summenden Mitarbeiterinnen ja wesentlich an der Nahrungsmittelproduktion beteiligt. Und die soll möglichst giftfrei bleiben.

Paula Büttner aus Gusenburg ist mit ihrer Familie bewusst aus der großen Stadt Offenbach aufs Dorf gezogen, denn: „Unsere Kinder sollen hier eine intakte Natur erleben.“ Deshalb findet sie die Blühpflanzenbörse und die Initiative Blühende Landschaft so gut. Mit Pflanzen, die sie noch nicht im Garten hat, will sie weitere Bienen und Schmetterlinge anlocken.

Rund 200 Besucher kamen, um sich blühende Pflanzen zu besorgen und sich Informationen von der Initiativgruppe zu holen, damit das Ende der Nahrungskette, das der Mensch bildet, nicht irgendwann zur Sackgasse wird. Im Herbst gibt es wieder die traditionelle Staudenbörse in Grimburg.

Hiltrud Pawlik von der örtlichen Initiativgruppe Blühende Landschaften Gusenburg/Grimburg ist telefonisch unter 06503/994041 und Georg Herrig unter 06589/9188918 zu erreichen. Sie informieren gerne darüber, wie sich Interessierte in Gusenburg und Grimburg für die Natur einsetzen können. 2017 wurde von Matthias Reimann die erste Regionalgruppe des Netzwerkes Blühende Landschaft in Rascheid gegründet. Das bundesweite Netzwerk informiert im Internet auf www.bluehende-landschaft.de

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