1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Der Gemeinderat hält trotz Ablehnung der Kommunalaufsicht an den Plänen für eine 1,7 Millionen Euro teure Erweiterung der Kita mit neuer Küche fest. Er nennt Pläne der Bundesregierung als Argument.

Infrastruktur : Irscher wollen mit Weitblick planen

Der Gemeinderat hält trotz Ablehnung der Kommunalaufsicht an den Plänen für eine 1,7 Millionen Euro teure Erweiterung der Kita mit neuer Küche fest. Er nennt Pläne der Bundesregierung als Argument.

Die Irscher Kita  St. Christopherus platzt aus allen Nähten. 93 Kinder sind dort laut Kitaleiterin Sylvie Adam auf vier Gruppen aufgeteilt.  Das sind eigentlich fünf zu viel und weitere Plätze werden nachgefragt. Adam: „Uns wurden fünf Ausbauplätze bis 31. Juli genehmigt. Diese Plätze erhält eine Kita nur, wenn ein Ausbau in Sicht ist.“ Theoretisch ist er das, denn der Gemeinderat hat konkrete Pläne beschlossen. Praktisch hakt es allerdings am Geld.

Der Rat hat sich laut Ortsbürgermeister Jürgen Haag für einen Anbau zwischen der jetzigen Kita und der Grundschule entschieden, dort wo jetzt noch eine Überdachung mit Photovoltaikanlage steht. Das Gebäude soll eine neue Küche, einen Gruppenraum und weitere Nebenräume enthalten. „In der Kita ist es derzeit sehr eng. Die Küche ist für maximal 60 Essen ausgelegt. Nebenräume wie ein Ruheraum fehlen. Auch für Kinderwagen ist kein Platz“, sagt Haag und zeigt auf einen solchen Wagen, der vor der Tür geparkt ist. Haag ergänzt, dass im alten Gebäude Toiletten, Keller und Dach saniert werden müssten. Die Kosten für all das belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. Haag sagt: „Diese Summe hat uns geschockt, die Kommunalaufsicht erst recht.“

Und Letztere hat Nein gesagt. Bei diesen Kosten sei Irsch trotz Zuschüssen von 400 000 Euro und der Beteiligung der Gemeinde Ockfen, deren Kinder auch in die Irscher Kita gehen,  nicht mehr handlungsfähig. Die Gemeinde solle die Kosten, die zu einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1300 Euro führen würden, reduzieren, hieß es. Zur Debatte steht nun eine kleinere Lösung, die 1,1 Millionen Euro kostet. Haag sagt: „Das ist die fünfte Variante, die wir haben  untersuchen lassen.“ Doch der Rat hat sie in seiner Februarsitzung abgelehnt. Einstimmig hat er sich dafür ausgesprochen, die große Lösung beizubehalten. Die Begründung: Der Preis sei nicht wesentlich geringer, der Nutzen dafür aber stark eingeschränkt. Haag sagt: „Da müssen wir in kurzer Zeit ein weiteres Mal anbauen.“ Das werde viel teurer.

Der Irscher Rat erwartet vor allem höhere Anforderungen an die Küche. In der kleinen Erweiterungslösung würde die alte Kita-Küche so umgestaltet, dass gerade mal 90 Essen dort gekocht werden könnten. Der Ortschef verweist auf den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, in dem die Ganztagsgrundschule gefordert wird. Kommt sie, bräuchte die benachbarte Grundschule mit 60 Kindern ebenfalls Mittagessen. Eine große Kita-Küche könnte diese liefern. Auch jetzt nehmen laut Haag bereits etwa 25 Kinder zumindest an einzelnen Tagen an der Nachmittagsbetreuung der Schule teil. An der kleinen Erweiterungslösung kritisiert der Rat zudem, dass der Vorratsraum und die Lagerfläche im Keller nicht ausreichen würden. Die vorherige Planung sei wesentlich sinnvoller gewesen, heißt es.

Haag zweifelt generell an dem System der knapp kalkulierten Lösungen. Er sagt: „Ich bin jetzt seit 14 Jahren im Ehrenamt. Immer wieder haben wir in der Kita umgebaut, und immer hieß es: Jetzt haben wir es.“ Auch davor ist bereits viel an der Irscher Kita gearbeitet worden. Bei dem Gebäude aus den 60er/70er Jahren wurde laut Haag zunächst das Flach- durch ein Satteldach ersetzt. In den 90ern wurde die vierte Gruppe obendrauf gebaut und das Gebäude komplett saniert.

JürgenHaag kann sich für das aktuelle Problem auch eine ganz andere Lösung vorstellen. Er sagt: „Für uns wäre auch ein integrativer Kindergarten in Ockfen eine Lösung.“ (siehe Info) Irsch wäre dann entlastet. Haag betont aber, dass die Zusammenarbeit mit den Ockfenern seit Jahrzehnten gut funktioniere.