Neubaugebiet liegt auf Eis

Rund 200 000 Euro will die Gemeinde Mannebach 2011 in diverse (Bau-)Vorhaben stecken. 2012 soll dagegen nicht mal halb soviel Geld ausgegeben werden. Generell will der kleine Ort die Notwendigkeit von Ausgaben künftig noch kritischer prüfen. Ein kürzlich vom Gemeinderat verabschiedeter Handlungskatalog soll dabei den Kurs vorgeben.

Mannebach. (hpü) Wer nicht viel Geld hat, sollte laut Volksmund jede Münze zweimal umdrehen bevor er sie ausgibt. Das gilt nach Ansicht von Mannebachs Ortsbürgermeister Bernd Gard auch für die Kommunen, die laut Gemeindeordnung (GemO) ohnehin dazu verpflichtet seien, wirtschaftlich zu haushalten. Im Idealfall sollten sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten. Das ist freilich auch in Mannebach ein frommer Wunsch. So weist der kürzlich beschlossene Doppelhaushalt der Gemeinde für die kommenden zwei Jahre im Ergebnishaushalt einen Fehlbetrag von 34 030 Euro (2011) beziehungsweise 48 030 Euro (2012) aus. Anders gerechnet: Am Jahresende 2011 wird sich Mannebachs Eigenkapital einschließlich aller materiellen Vermögenswerte voraussichtlich auf 1 086 310 Euro verringert haben. Bis Ende 2012 sinkt dieser Wert auf 1 038 280 Euro.

Folgekosten im Auge behalten



Um notwendige Ausgaben in Zukunft besser planen zu können, hat der Gemeinderat nun die "Leitlinien zur Haushaltssanierung der Ortsgemeinde Mannebach" verabschiedet. Darin verpflichten sich der Ortsbürgermeister und seine Ratskollegen etwa dazu, zunächst nur noch solche (Bau-)Vorhaben umzusetzen, "die der Erhaltung gemeindeeigener Gebäude und Anlagen dienen", wie Gard erklärt. Bei eventuellen Neuanschaffungen oder -bauten sollen die Folgekosten, etwa für Wartung und Betrieb, noch intensiver geprüft werden. Außerdem heißt es in den neuen Leitlinien zur Haushaltssanierung: "Der Ortsgemeinderat verpflichtet sich, alle Maßnahmen und Projekte hinsichtlich der günstigsten Finanzierung zu prüfen, wobei energetische Gesichtspunkte wie Nachhaltigkeit, Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbare Energien eine vorrangige Stellung einnehmen." Zudem sollen die Bürger intensiver in Planungsarbeiten einbezogen und zur Eigenleistung motiviert werden.

Dennoch kommt Mannebach in den kommenden zwei Jahren um bestimmte Ausgaben nicht herum. So sieht der Haushaltsplan Investitionen von insgesamt 204 500 Euro (2011) beziehungsweise 84 000 Euro (2012) vor. Eines der teuersten Vorhaben ist die Erweiterung des Friedhofs (rund 77 000 Euro). "Die Maßnahme ist notwendig geworden, weil wir nur noch drei oder vier Gräber haben", berichtet Gard. Geplant sei außerdem unter anderem der Umbau des Sportplatzes (rund 25 000 Euro).

Vorerst auf Eis gelegt hat die Gemeinde dagegen die Erschließung des Neubaugebiets "In der Hennerwies" - "wegen fehlender Nachfrage", wie Gard berichtet.