Ein Haus für die Bürger

Mit einem großen finanziellen Kraftakt baut die Stadt Konz die frühere Gehörlosenschule in der Wiltinger Straße zu einem Bürger- und Vereinshaus um. Auch die Kita in dem Gebäude bekommt neue Räume. Zum Jahresende soll das Millionenprojekt fertig sein.

Konz. Vorarbeiter Herbert Schafhirt werkelt seit Dezember 2010 mit drei bis vier Kollegen von dem Karlshausener Bauunternehmen Nosbisch im Inneren des Gebäudes, das einst die erste Realschule in der Region Trier und später eine Schule für hörgeschädigte Kinder beherbergte.

Mittlerweile haben sie den größten Teil der für die vorgesehene Nutzung des Hauses überflüssigen Wände zwischen den einzelnen Räumen entfernt und die Trümmer in Containern abfahren lassen. Mit den ersten kleineren Umbauten wurde begonnen.

Wenn Ende dieses Jahres alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden auf der Abrechnung mindestens 2,08 Millionen Euro stehen. Dafür wird das alte Gemäuer äußerlich in neuem Glanz erstrahlen und innen so umgebaut sein, dass es alle Erfordernisse eines Stadtteil-Bürgerhauses erfüllt. Es soll nicht nur Vereine und Gruppen, sondern auch, in einem Teilbereich, eine moderne Kindertagesstätte (Kita) beherbergen. Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen lassen den von der Stadt Konz aufzubringenden Kostenanteil auf 818 000 Euro schrumpfen.

Saal für rund 130 Personen geplant



Der Konzer Architekt Rüdiger Sattler hat im Parterre einen, je nach Bestuhlung und Nutzung, rund 130 Personen fassenden Saal geplant, dessen Umrisse bereits erkennbar sind. Dieser Saal wird Vereinen, Gruppen und Privatgesellschaften zur Verfügung stehen. Aus der im Altbau befindlichen Küche werden die Kita-Kinder bekocht.

Im Altbau bleiben die bisherigen Kindergartenräume erhalten, drei zusätzliche Gruppenräume wird die Kita wegen der künftigen Betreuung Unter-Dreijähriger im ersten Obergeschoss bekommen.

Im Dachgeschoss werden Räume für das Kita-Personal, ein Bewegungsraum für die Kinder, ein Büroraum und Vereinsräume eingerichtet. Die Technik verschwindet, ebenso wie notwendige Nebenräume, im Keller. Zu den Einbauten zählt auch eine moderne Aufzuganlage.

Vom alten Schulgebäude bleibt nur das Gerippe stehen, das allerdings auf den aktuellsten energetischen Stand gebracht wird: Neue Dämmungen, neue Fensteranlagen auch im Dach, das Gauben erhält, eine überarbeitete Fassade und eine hochmoderne Photovoltaik anlage stehen ebenfalls auf der Liste.

Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde Konz, lobt die Festlegung auf die "alte" Schule: "Der Standort ist für ein Stadtteil-Bürgerhaus optimal. Parkplätze werden - zumal Veranstaltungen im Wesentlichen außerhalb normaler Geschäftszeiten stattfinden - in ausreichender Zahl vorhanden sein, obendrein ist ein großer Parkplatz gegenüber dem Bahnhof Konz geplant."

ExtraWeitere Bauprojekte an Bürgerhäusern in der Verbandsgemeinde Konz: In Tawern wird zurzeit für 1,1 Millionen Euro ein neues Bürgerhaus gebaut. Mehr Raum bekommen auch die Bürger im Tälchen. Dort werden im Rahmen des Kita-Umbaus in Niedermennig zwei Räume für 248 000 Euro saniert. Für den Ausbau des Bürgerhauses in Konz-Kommlingen sind derzeit rund 170 000 Euro beim Land beantragt. Ob der Saal vergrößert wird, hängt von der Zusage des zuständigen Ministeriums ab. Für den Bau eines barrierefreien Zugangs für das Kasino in Konz-Filzen stehen 160 000 Euro im Investitionsprogramm der Stadt Konz. (cmk)