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Nur am Bahnhof selbst rührt sich nichts

Hermeskeil. Die Wiederbelebung des schon lange leerstehenden Bahnhofsgebäudes in Hermeskeil steht weiter in den Sternen. Doch im unmittelbaren Umfeld bewegt sich einiges: Die Arbeiten auf einer Großbaustelle in Hermeskeil gehen auf die Zielgerade: Bis Ende September/Anfang Oktober sollen die 800 000 Euro teuren Arbeiten zur Neugestaltung des Vorplatzes abgeschlossen sein. Außerdem wird in der Nähe bald ein Café geöffnet. Axel Munsteiner

Hermeskeil. Die Zeiten, in denen es an einem wichtigen Eingangstor zur Stadt alles andere als einladend aussah, sind zumindest in einem wichtigen Punkt vorbei. Zwar bleibt das weiterhin verwaiste Bahnhofsgebäude in Hermeskeil ein Problemfall. Die Schönheitsoperation für den Vorplatz, der neu gestaltet wird, dauert aber nur noch wenige Wochen.

Die Ausgangslage: Bisher empfing eine trostlose graue Asphaltfläche die Besucher von Hermeskeil, die auf dem Vorplatz aus dem Bus ausstiegen. Auch für Radfahrer gab es bisher keinerlei Anreiz, sich länger in diesem Umfeld aufzuhalten, was seit Jahren ein vielfach kritisiertes Manko ist. Obwohl am Hermeskeiler Bahnhof der vielbefahrene Ruwer-Hochwald-Radweg beginnt beziehungsweise endet, fehlten dort Sitzgelegenheiten. Von einer Einkehrmöglichkeit ganz zu schweigen. Die frühere Gaststätte im Bahnhof ist schon lange geschlossen. Das Hauptgebäude steht leer.

Die Situation am Bahnhofsgebäude: Besitzer des Haupthauses ist inzwischen Bernd Falz, der auch Betreiber des benachbarten Dampflokmuseums ist. Früherer Eigentümer des Gebäudes war die Firma Hochwaldbahn (HWB). Sie hatte vor einigen Jahren Pläne geschmiedet, den Bahnhof umfassend zu sanieren und dort sogar Hotelzimmer einzurichten. Die HWB hatten auch schon damit begonnen, das Haupthaus zu entkernen und das alte Inventar zu entfernen. Diese Pläne haben sich aber zerschlagen. Die HWB ist mittlerweile teilweise zahlungsunfähig. Der hintere Teil des Bahnhofs mit Büros und Werkstätten befindet sich unter Kontrolle des Trierer Insolvenzverwalters Thomas Schmidt. Der neue Haupthaus-Besitzer Falz betont: "Ich müsste sehr viel Geld investieren. Es ist schwierig, einen Pächter zu finden, der zusammen mit mir eine vernünftige Gastronomie einrichtet und betreibt und sich eventuell an den Kosten für die Renovierung beteiligt." Die aktuelle Baustelle vor der Tür sei für seine Bemühungen nicht förderlich. Andererseits sagt Moser: "Wenn der Platz fertig ist, wird es für einen Pächter oder Investor erkennbar sein, dass das Bahnhofsgebäude Potenzial bietet. Ich bin zuversichtlich, dass es mittelfristig wieder in eine Nutzung kommt."

Die Situation am Vorplatz: Die Arbeiten sind dort schon weit vorangeschritten. Streng genommen werden gleich zwei Vorhaben parallel verwirklicht. Auf dem Busbahnhof werden neue Haltestellen und 20 Parkplätze für Autos eingerichtet. Nur die obere Asphaltdeckschicht und die Bepflanzung fehlen noch. Am Rand des Platzes entsteht auf einer etwa 600 Quadratmeter großen Grünfläche die sogenannte Erlebnisstation, "die die Aufenthaltsqualität verbessern soll", so Stadtbürgermeister Udo Moser. Der große Pavillon steht schon. Nächste Woche wird das WC-Gebäude aufgestellt. Hinzu kommen diverse Spielgeräte. Die Arbeiten sollen Ende September/Anfang Oktober abgeschlossen sein (siehe Extra).

Die Situation im Umfeld: In Sichtweite des Vorplatzes und des B 52-Kreisels wird es schon bald eine Einkehrmöglichkeit geben. In das Gebäude Bahnhofstraße 1 (früher Iran Electronic Mory) wird nach dessen Umbau Ende September eine Bäckerei mit Café und Außenterrasse einziehen. Es handelt sich dabei um eine neue Filiale der Bäckereikette Gillen (Kreis St. Wendel). Nach Auskunft von Monika Gillen soll das Café auch sonntags - wenn also viele Ausflügler unterwegs sind - bis 18 Uhr geöffnet sein.Meinung

Unglückliche Konstellation
Zugegeben. Stand heute herrscht am Hermeskeiler Bahnhof eine unglückliche Konstellation. Zwar schafft die Stadt endlich einen schönen Vorplatz. Doch was mit dem Bahnhofsgebäude selbst passiert, weiß keiner. Es liegt weiterhin völlig brach. Dennoch ist es richtig, dass die Stadt vorgelegt hat und den Bahnhofsbereich optisch aufpoliert. Das war längst überfällig und hat hoffentlich auch in absehbarer Zeit den erwünschten Nebeneffekt. Nämlich, dass sich doch noch ein privater Betreiber für die frühere Bahnhofsgaststätte findet, sie modernisiert und dann zu neuem Leben erweckt. a.munsteiner@volksfreund.de