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Provisorium findet wenig Zuspruch

FOTO: (h_sab )
Freudenburg. Nach der Kritik von Geschäftsleuten wird seit gestern die zweite provisorische Umleitung für die gesperrte Ortsdurchfahrt in Freudenburg ausgebessert. Doch auch diese provisorischen Wege werden kritisiert. Immerhin müssen sie bis mindestens noch ein Jahr lang genutzt werden. Marion Maier

Freudenburg. Am Mittwoch stand der Beschluss zum Ausbau des Viezwegs auf der Tagesordnung des Freudenburger Ortsgemeinderats und schon am gestrigen Donnerstag wurde daran gebaut. Doch ganz so kurz war der Vorlauf nicht. Wie Ortsbürgermeister Bernd Gödert berichtet, hat der Bauausschuss den Beschluss bereits vergangene Woche gefällt. Denn der Ausbau kostet nicht ganz 10 000 Euro und bis zu dieser Summe kann der Ausschuss Entscheidungen treffen. Die Kosten teilen sich laut Gödert Gemeinde, Verbandsgemeindewerke und "hoffentlich der Landesbetrieb Mobilität".
Am nicht-asphaltierten Viezweg werden Löcher beseitigt, zwei Feuchtstellen mit grobkörnigem Schotter zur Drainage versehen, ein Teilstück mit einer feinkörnigen Schicht überzogen und die Randstreifen erneuert. Der Viezweg ist neben dem asphaltierten Wirtschaftsweg Im Herker der zweite Weg, der in Freudenburg ausgebessert wird, um als provisorische Umleitung zu dienen. Benutzung auf eigene Gefahr.
Der Hintergrund: Mehrere Freudenburger Geschäftsleute hatten Alarm geschlagen, weil ihre Kunden den Weg zu ihnen nicht mehr finden. Einbußen bis in sechstelliger Höhe wurden beklagt. Die Ortsdurchfahrt ist seit einigen Wochen vom Marktplatz aus Richtung Saarland gesperrt. Theoretisch müsste, wer aus Richtung Saarland in die Ortsmitte gelangen will (und umgekehrt), die offizielle Umleitung nehmen, die mehr als 20 Kilometer Umweg bedeutet. Doch auch an der jetzigen Lösung gibt es Kritik. Nadja Heimerl, Verkäuferin der Bäckerei, sagt: "Die provisorische Umleitung ist eng und manche Leute haben Angst, am Hang abzurutschen." Ob Raumausstatter, Metzger oder Bäcker - alle beklagen weiterhin kräftige Einbußen.
Sorgen und Flüche


Einige der Unternehmer machen sich zudem Sorgen um die Sicherheit, weil der viel genutzte asphaltierte Wirtschaftsweg auch von größeren Lastern und Öllieferanten befahren wird. Ein anderer fragt: "Was ist im Herbst und im Winter? Auf dem Weg gibt es beispielsweise keine Streupflicht." Einer der wenigen Anwohner, der gestern Nachmittag in der Ortsmitte anzutreffen war, aber seinen Namen nicht nennen will, gerät ins Fluchen angesichts der Baustelle. Der Grund: Er muss täglich zur Arbeit ins Saarland fahren und einen zehn Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen. Die provisorischen Umleitungen sind ihm zu gefährlich.
Derweil kämpft Polier Albert Fox mit seiner Truppe an der engsten Stelle im Ortskern in der Lindenstraße mit vielen anderen Widrigkeiten. "Der Abschnitt ist extrem, das ist Fieselsarbeit." Überall lägen schon alte Leitungen, da könne man mit großem Gerät, das hier ohnehin keinen Platz habe, nicht einfach durchziehen. Dann müssten für die Erneuerung von Wasser-, Abwasser-, Telekom- und Stromleitungen mehrere Firmen koordiniert werden. Die Versorgung müsse immer erhalten bleiben. Die Verkabelung sei mehr Arbeit als der Straßenbau.
Und dann seien die alten Häuser auf Fels gebaut. Auch deshalb müsse man vorsichtig vorgehen, sonst könnten Häuser einstürzen. Kurzum: Fox befürchtet, dass die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt nicht wie aktuell geplant im Frühjahr, sondern erst im Spätsommer 2017 fertig werden.

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