Stimmungsvolle Premiere

In ungewohnter Umgebung und mit einem Solisten-Debüt hat der Musikverein Lyra Reinsfeld seinen 95. Geburtstag gefeiert. Das Große Sommer-Open-Air-Konzert im Pfarrgarten hinter der Kirche ist Teil eines sich über das Jahr verteilenden Veranstaltungsreigens.

Reinsfeld. Hergelockt hat sie ein vielsprechender musikalischer Abend. Doch bevor es damit losging, bewunderten die Besucher erst einmal die stimmungsvolle Umgebung. Auf den Mauern rings um den Reinsfelder Pfarrgarten flackerten Dutzende Windlichter, und die Bäume neben der Bühne setzten Lichterketten und farbige Strahler in Szene. Es war das erste Mal, dass der Musikverein (MV) Lyra Reinsfeld im Pfarrgarten der Kirche konzertierte. Die Frage, warum das nicht schon vorher möglich war, erntete Schulterzucken. Denn ein solches Veranstaltungsgelände verdient es, regelmäßig genutzt zu werden. Mit einem der für das Konzert gewonnenen Solisten, Kai Georg Quirin, seit 2012 Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft, stehen die Chance dafür ganz gut.
Sein Debüt als über die Bühne schwofender Sänger des blue sigen Stücks "Minnie the Moocher" war ein voller Erfolg. Entsprechend mühelos gelang es ihm, die etwa 500 Besucher für den berühmten Refrain "Hidehidehidehi" einzuspannen. Quirins Auftritt sei "saustark" gewesen, lobte Besucher Michael Brosius die Mimik des Pfarrers, der sich unermüdlich auf der Bühne bewegt habe. Der gesamte Abend sei sehr schön gewesen, wozu auch die große Leinwand mit Informationen und Fotos beigetragen habe. Auch bei Hannelore Thömmes hinterließ das Gastspiel des Dorfpfarrers Eindruck: "Supertoll, der war umwerfend." Ebenso begeistert war sie von Petra Bungert, die unter anderem "Over the Rainbow" sang und schon mehrfach bei Konzerten beeindruckte: "Die hat eine tolle Stimme". Vor allem sei "das ganze Ambiente superschön" gewesen, und das Miteinander des Musikvereins und des Gemischtem Chores des Quartettvereins habe "hundertprozentig geklappt". Ebenso wie die Zugabe, für die sich alle Akteure auf der Bühne versammelten.
Eingestimmt auf das von Christina Kiebel und Peter Düren moderierte Sommer-Open-Air hatten einfühlsame Rock- und Pop-Klassiker, gespielt von den Footbreakers, einem Gitarren- und Percussion-Ensemble des Gymnasiums Hermeskeil.
Die Gastgeber selbst präsentierten einen abwechslungsreichen Querschnitt beliebter Film- und Musicalohrwürmer. Darunter Kostproben aus "ET" und dem "Phantom der Oper", "Robin Hood", "Forrest Gump" oder "Fluch der Karibik". Dass die etwa 35 Musiker, unterstützt von Freunden benachbarter Vereine, mit ihrem Programm derart gut ankamen, ist einem sehr engagierten und sehr jungen Team zu danken. Dirigent Fabian Gilles bestimmt erst seit drei Jahren den Takt im MV, der seit April mit Marius Keuper (22) einen neuen ersten Vorsitzenden hat. Vor Leuten zu stehen, um eine Rede zu halten, sei zwar eine Herausforderung, räumte er ein. Doch im Grunde mache ihm genau das riesigen Spaß. Das Zeug zu einem Vereinschef hat er in jedem Fall, wie er mit seiner Ansprache bewies. Ehrendirigent Alfred Noll und Emil Haller, das älteste Ehrenmitglied, vergaß er ebenso wenig herzlich zu begrüßen wie die Aktiven des Fördervereins Jugendorchester Reinsfeld. Besonderen Dank zollte er der Kirchengemeinde "für das lauschige Plätzchen", den Helfern, die seit Tagen mit dem Aufbau beschäftigt gewesen seien, und nicht zuletzt dem Publikum, dank dem die Stuhlreihen in ihren Konzerten "immer bis hintenhin besetzt" seien. Die nächsten Auftritte des MV anlässlich des 95-jährigen Vereinsbestehens sind terminiert: am 13. September spielt der MV mit befreundeten Vereinen wie auch der Peter Berg Big Band am Festplatz am Radweg zum Dämmerschoppen auf, und am 28. November steigt der Advents-Rock in der Kulturhalle.