Tawerner Tierhalter in Zugzwang

Tote Lämmer auf der Weide sowie Zweifel an der Wasserversorgung und artgerechten Pflege der Schafe haben Tawerner Anwohner auf den Plan gerufen. Sie sorgen sich um das Wohl der Tiere auf den Weiden in Dorfnähe. Die Kreisverwaltung hat reagiert und Forderungen gestellt. Der Schafhalter muss und will nun nach eigenen Angaben einen Unterstand bauen.

Tawern. "Da verenden kleine Lämmer auf der Weide", erzählt ein Tawerner im Gespräch mit dem TV. Er schildert noch ausführlicher die Zustände auf mehreren Wiesen in Dorfnähe. Die Schafe, die dort grasen, seien kaum gepflegt, hätten kein Wasser, mitunter Nahrung, die nicht artgerecht sei, und keine Unterkunft, die sie vor den Minusgraden des Winters schütze. Die Beschwerden von ihm und weiteren Anwohnern haben bereits die Kreisverwaltung erreicht.

Forderung: Genug Wasser und Mineralien



Nach einer TV-Anfrage und weiteren Besuchen der Kreis-Veterinärin hat die Verwaltung nun eine Liste an Forderungen aufgestellt, die den Tierhalter in Zugzwang bringt. Bis Freitag, 12. Februar, muss er die Schafe aufstallen. Das heißt: Bis zu diesem Zeitpunkt müssen sie einen überdachten Windschutz haben, der zudem trocken eingestreut ist, teilt Pressesprecher Thomas Müller auf TV-Anfrage mit. Zumindest die trächtigen Mutterschafe sollen trocken, frost- und zugfrei untergebracht werden. Der Halter soll sie gerade in der momentanen Zeit der Lammgeburten dreimal täglich genau beobachten. Außerdem sei ihm auferlegt worden, die Tiere ganzjährig mit ausreichend viel Wasser, Mineralfutter und Salzlecksteinen zu versorgen. Derzeit sind der Kreisverwaltung 52 Mutterschafe, davon einige trächtig, sowie 43 Lämmer bekannt.

Sollte der Bau des Windschutzes nicht zum vorgegebenen Termin erledigt sein, werde der Kreis ihn bauen lassen und dem Schafhalter die Kosten in Rechnung stellen. Dem will der Tawerner offenbar zuvorkommen. "Ich habe schon Vorkehrungen getroffen", sagt er im Gespräch mit dem TV. Er werde zunächst einen provisorischen Unterstand bauen. Ein richtiger Stall, für den er zunächst eine Baugenehmigung und auch die Erlaubnis der Landeigentümer einholen müsse, werde erst im nächsten Jahr möglich sein.

Vorwürfe, dass die jungen Lämmer wegen eines mangelnden Wetterschutzes auf dem Feld sterben, weist er zurück. "Die Lämmer haben doch Wolle, wenn sie auf die Welt kommen." Und weiter: "Das gibt es nun mal, dass Tiere verenden. Das ist normal." Die Natur sei es auch, die den Tieren mancherorts die angeblich ausreichenden Wasservorräte liefere: "An einer Weide läuft ein Bach vorbei, an einer anderen habe ich eine Quelle, und auf einer stehen zwei Wannen", zählt er auf. Ihm ist bewusst, dass das Wasser in den vergangenen Tagen oft gefroren und dass der Schnee kein passender Ersatz war. Nun sei aber alles anders: "Jetzt haben die Tiere wieder Wasser."

Die Kreisverwaltung hat angekündigt, dass das Veterinäramt mit Unterstützung des Ordnungsamtes die Veränderungen auf den Schafweiden kontrolliert. Und sicher werden die Anwohner auch ein waches Auge auf das Wohl der Tiere richten.