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Windenergie und Spielplätze im Fokus

 Auch der Kinderspielplatz am Brunnen im Oberdorf von Hinzert-Pölert war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. TV-Foto: Ursula Schmieder
Auch der Kinderspielplatz am Brunnen im Oberdorf von Hinzert-Pölert war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. TV-Foto: Ursula Schmieder
Hinzert-Pölert. Rund 20 Bürger sind der Einladung zur jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates Hinzert-Pölert gefolgt. Neben den Themen "Solidarfonds Windenergie" und "Spiel- und Bolzplätze" hatte sie nicht zuletzt hergeführt, dass ihr neuer Ortsbürgermeister Jürgen Merkel erstmals den Vorsitz führte. Ursula Schmieder

Hinzert-Pölert. Der "Solidarfonds Windenergie" hat eine weitere Etappe geschafft, aber noch nicht das Ziel erreicht. Denn nun warten alle Kommunen der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil gebannt auf die Entscheidung des Reinsfelder Ortsgemeinderates. Das Gremium von Hinzert-Pölert hat sich einstimmig für den Fonds ausgesprochen.
Dem Beschluss vorausgegangen war ein längeres Erörtern von Vor- und Nachteilen, bei dem auch die Bürger zu Wort kamen. Ein entscheidender Aspekt für die Räte der Windkraftkommune war, dass der Vertragsentwurf (siehe Extra) den Ist-Zustand unangetastet lässt. Nur für künftige Anlagen ist eine 25-prozentige Abgabe an den Fonds vorgesehen sowie für ältere Räder, die durch Umbauten ihre Leistung erhöhen. Doch selbst dann gleiche sich das wegen der höheren Leistung für Hinzert-Pölert aus, erläuterte Jürgen Merkel, der als neuer Ortsbürgermeister erstmals den Vorsitz führte, den Bürgern.
"Ich find das eine faire Sache", sagte Ratsmitglied Peter Köhl. Ludwin Loch pflichtete bei, letztlich profitierten davon ja alle Bürger der VG.
Auch beim zweiten Punkt der Tagesordnung, bei dem es um die Spiel- und Bolzplätze der Doppelgemeinde ging, waren die rund 20 anwesenden Bürger gefragt. Einige von ihnen meldeten sich als Interessengemeinschaft (IG) zu Wort. Ihre Sprecherin Nicole Merkel, Ehefrau des Gemeindechefs, sprach von der Sorge einiger Bürger, der an drei Straßen gelegene Pölerter Spielplatz sei gefährlich. Der fehlende Zaun stelle ebenso ein Risiko dar wie der Brunnen, regte sie eine Vergrößerung oder einen anderen Standort an. Die Sorge, vor mehr als zehn Jahren festgestellte Mängel seien teils bis heute nicht behoben, erwies sich als unbegründet. Karl-Heinz Gauer verwies auf die jährlichen Prüfungen durch einen Experten der VG. Dieser habe auch im jüngsten Protokoll bestätigt, dass im Ort alles regelmäßig überprüft werde und kleinere Mängel stets "fachgerecht beseitigt" würden.
Gauer schlug vor, sich mit Eltern verschiedene Spielplätze ringsum anzuschauen und dann zu entscheiden, was vor Ort geändert werden könnte.
Die Idee fand die Zustimmung des Rates wie der Bürger. Anerkennung erntete die Anregung der IG, eine Krabbelgruppe im Pölerter Bürgerhaus einzurichten. Nicole Merkel bot im Namen der Eltern an, bei erforderlichen Renovierungsarbeiten mitanzupacken. Außerdem seien sie breit, sich als Betreuer von Gruppen für Kinder und Jugendliche aus "Ober- und Unterdorf" einzubringen. In der Gemeinde leben etwa 290 Bürger (Stand Juni 2011). Davon sind etwa acht Prozent jünger als 20 Jahre.Extra

Wie mehrfach berichtet will die Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil einen "Solidarfonds Windenergie" einrichten. In diesen Topf sollen 25 Prozent der Pachteinnahmen fließen, die Windkraftgemeinden von Investoren oder Betreibern erhalten. Allerdings betrifft das nicht bereits installierte Räder, sondern nur künftige oder ältere, die leistungsstärker umgebaut werden. Drei von vier Euro sollen im Topf bleiben, um die Umlagelast der 13 Kommunen zu senken. Jeder vierte Euro soll an Gemeinden fließen, die auf ihrer Gemarkung keine Anlagen errichten können oder dürfen. Wo sich letztlich weitere Räder drehen werden, steht noch nicht fest. Für das Frühjahr werden Gutachten erwartet, die Aspekte wie Artenschutz und Landschaftsbild berücksichtigen und entsprechend derer der Flächennutzungsplan der VG geändert werden soll. Bis auf Reinsfeld haben inzwischen alle Kommunen dem Vertragsentwurf zur Einrichtung eines Solidarfonds zugestimmt. Sollte auch Reinsfeld Ja sagen, könnte der Vertrag zum 1. April in Kraft treten. urs