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Zehn Jahre lang viel Theater in Wellen

Zehn Jahre lang viel Theater in Wellen

Das Jugendtheater Wellen feiert sein zehnjähriges Bestehen. Marita Dostert hat dieses einzigartige Ensemble aus der Taufe gehoben, und ihre Truppe begeistert jedes Jahr aufs Neue mit neu interpretierten Märchen.

 Marita Dostert leitet seit zehn Jahren das Jugendtheater Wellen. TV-Foto: Jürgen Boie
Marita Dostert leitet seit zehn Jahren das Jugendtheater Wellen. TV-Foto: Jürgen Boie

Wellen. Marita Dostert aus Wellen strahlt schon auf den ersten Blick Energie und Tatkraft aus. Die 49-jährige Mutter von zwei Töchtern ist in Wellen unersetzlich, wenn es um ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit geht. "Als meine Töchter noch sehr jung waren, habe ich für sie und andere interessierte Familien das "Mutter-Kind-Turnen" ins Leben gerufen", erinnert sich die Hausfrau. Möglich wurde das, weil sie bereits einen Übungsleiterschein für eine Frauengymnastikgruppe vorweisen konnte. Nebenbei: diese Gymnastik-Gruppe leitet Marita Dostert ununterbrochen seit 26 Jahren.
Nachdem ihre Kinder und die der anderen Familien aus der Mutter-Kind-Turnphase herausgewachsen waren, startete Marita Dostert eine Jazz-Tanzgruppe für Grundschulkinder. "Nach einigen Jahren wurde unser Jazztanz den jungen Leuten zu langweilig, weil sie in den Videoclips im Fernsehen diese wahnsinnigen Choreographien sahen. Mit den Profi-Tänzern dort konnten wir natürlich nicht konkurrieren, und so schmolz unsere Gruppe auf fünf tapfere Tänzerinnen zusammen", sagt die energische Frau und hat dabei durchaus Verständnis für den langsamen Niedergang ihrer Tanzgruppe.
Doch Dostert ließ nicht locker und dachte sich etwas Neues aus: Theater spielen. Sie schrieb eine neue Fassung von "Hänsel und Gretel" und arrangierte einen Auftritt im Kindergarten Wellen. "Meine Partnerin Marzena Anders und ich haben bei dem Stück alles selbst gemacht: Texte, Einstudierung, Kostüme, Kulissen und sogar die Verköstigung der Besucher", sagt Dostert. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen und Hoffnungen.
Kindergartenleiterin Susanne Hansen schlug vor, die Aufführung zu wiederholen, um die Aufführung allen Wellener Bürgern und nicht nur den Kindergartenkindern zu ermöglichen. Überrascht vom großen Zuspruch sagte Dostert zu.
Seitdem sind die Aufführungen mit dem Wellener Jugendtheater aus dem Kulturleben im Dorf nicht mehr wegzudenken. Dostert und Anders machen dabei immer noch alles selbst.
Die gebürtige Bitburgerin und ehemalige Telekom-Beamtin, die seit 1982 in Wellen wohnt, plant anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Theatergruppe eine Ausweitung: Zusätzlich zu einem neuen Stück mit dem Jugendensemble, das wie gewohnt in der Adventszeit aufgeführt wird, spielen das ganze Jahr über ausnahmsweise Erwachsene Stücke aus den vergangenen Jahren.
"Der erste Termin ist schon am 28. April, ich bin sehr gespannt", schmunzelt Marita Dostert.
Sie freut sich, dass sich viele Familien aus den Wellener Neubaugebieten für die Theaterarbeit begeistern und stellt fest, dass solche Projekte dem Wachstum des Dorfes sehr dienlich sein können.
Die Kontakte zu den Neubürgern haben auch dazu geführt, dass Dostert seit fünf Jahren wieder ein Mutter-Kind-Turnen anbietet. Der Kreislauf beginnt von vorn, allerdings ohne ihre mittlerweile erwachsenen eigenen Kinder.