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Anlieger gegen Flugplatz-Erweiterung

Der Flugplatz soll um die rot markierte Fläche wachsen, so dass eine durchgängige Landebahn entsteht. TV-Foto: Portaflug Föhren/Grafik: Birgit Keiser
Der Flugplatz soll um die rot markierte Fläche wachsen, so dass eine durchgängige Landebahn entsteht. TV-Foto: Portaflug Föhren/Grafik: Birgit Keiser
Konz. Das Segelfluggelände in Konz-Könen soll - nach dem Willen des Aero-Clubs Trier und Konz - erweitert werden. Der Verein führt hierfür Sicherheitsgründe an. Doch gegen diese Pläne wehren sich Nachbarn des Klubgeländes. Sie haben sich zur IG Hödstatt zusammengeschlossen. Alexander Schumitz

Konz. Es ist ruhig auf dem Segelfluggelände in Konz-Könen. Die Flieger stehen im Hangar. Über die Startbahn läuft eine Frau, sie spielt mit ihrem Hund. Für Günter Hill ist dies ein Signal dafür, dass sich der Segelflugsport gut mit anderen Freizeitaktivitäten verträgt. Wenn im Winter der Flugbetrieb ruhe, könne gefahrlos die Startbahn betreten werden. Mit dem Ausbau des Flugplatzes würde sich daran auch nichts ändern, versichert der stellvertretende Vorsitzende des Aero-Clubs Trier und Konz.
Die durchgängige Startbahn ist zwar 950 Metern lang. Doch der Bereich zum Landen ist durch ein Waldstück zweigeteilt. "Die beiden 250 beziehungsweise 300 Meter langen Flächen sind für moderne Flugzeuge zu knapp bemessen. Schon mindestens neun Flugzeuge sind über die Landefläche hinausgeschlittert und im Gebüsch gelandet", sagt Hill. "Zum Glück haben sich die Piloten bislang nicht schwer verletzt. Aber nach der jüngsten Landung im Gebüsch war der Flieger schrottreif. Aus der Kabine haben wir dann einen Flugsimulator gebaut."
Befürchtungen der Bürger


Die Pläne des Aero-Clubs treffen auf Widerstand. Etliche Nachbarn des Segelfluggeländes haben sich zur IG Hödstatt (nach einem Straßennamen) zusammengeschlossen. Sie wehren sich gegen eine - wie sie sagen - "zusätzliche Start- und Landebahn". Sie fürchten, dass mit der Erweiterung der Fläche die Belastung für das Wohngebiet weiter zunehmen wird. "Letztlich läuft das darauf hinaus, dass der Aero-Club möglicherweise weitere Motorstarts wünscht", sagt Dorothee Weiner im TV-Gespräch. Diesem Einwand widerspricht Hill: "Es gibt keine zusätzliche Start- und Landepiste. Wir wollen lediglich die beiden - mittlerweile zu kurzen - Rumpfbahnen auf dem nordwestlichen Flugplatz-Areal miteinander verbinden." Eine Erhöhung der Zahl der bislang 16 genehmigten Motorstarts pro Tag sei vom Verein nicht gewollt.
Die IG Hödstatt kritisiert zudem, dass Ausgleichsflächen, die der Bund im Zuge der Verlegung der Trasse für die B 51 erworben hat, für die Vergrößerung der Start- und Landepiste "weit über das bisherige Geländeniveau aufgeschüttet" werden müssten - geschätzt seien das rund 200 000 Kubikmeter Erde. "Die Eigentümer haben diese Flächen aber aufgegeben, damit die B 51 gebaut werden kann, nicht für eine Erweiterung des Segelfluggeländes", sagt Weiner.
Sie warnt davor, die Bestandskraft des Planfeststellungsbeschlusses für den Bau der Ortsumgehung Könen "für Interessen einer kleinen Gemeinschaft" zu riskieren. Fragen, die die besorgten Nachbarn des Segelfluggeländes der Stadtverwaltung gestellt haben, blieben bislang unbeantwortet.Extra

Wenn ihr schon mal mit dem Flugzeug in den Urlaub geflogen seid, erinnert ihr euch sicher daran, dass es ganz schön laut war, als das Flugzeug gestartet ist. Das ist beim Segelfliegen ganz anders. Denn da hilft kein Motor, um das Flugzeug in der Luft zu halten. Der Flieger gleitet sozusagen durch die Luft und wird vom Wind getragen. Um aber erst einmal nach oben zu kommen, wird meist eine Seilwinde genutzt. Die zieht das Flugzeug an, dass es aufsteigt, so ähnlich, als wenn ihr einen Drachen steigen lasst. Manchmal hilft auch ein Motorflugzeug beim Start. noj

In Höhe der Mitte der bisherigen Startbahn soll das Segelfluggelände nach Nordwesten erweitert werden. Dafür müssten rund 200 000 Kubikmeter Erde aufgeschüttet werden. TV-Foto: Alexander Schumitz
In Höhe der Mitte der bisherigen Startbahn soll das Segelfluggelände nach Nordwesten erweitert werden. Dafür müssten rund 200 000 Kubikmeter Erde aufgeschüttet werden. TV-Foto: Alexander Schumitz FOTO: Alexander Schumitz (itz) ("TV-Upload Schumitz"