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Kultur
Saarburger Konzertagentur Station K: Von der Synagoge ins Gewächshaus

Impresario Christof Kramp präsentiert ein Konzertplakat auf dem ehemaligen Kasernengelände in Saarburg. TV-Foto: Dirk Tenbrock
Impresario Christof Kramp präsentiert ein Konzertplakat auf dem ehemaligen Kasernengelände in Saarburg. TV-Foto: Dirk Tenbrock FOTO: Dirk Tenbrock
Saarburg. Das Konzertprogramm der Agentur Station-K bietet in den kommenden Monaten ungewöhnliche Musik an ungewöhnlichen Orten.

Von Dirk Tenbrock
Wer im November 2017 in der Wawerner Synagoge beim fulminanten Konzert von Nina Attal dabei war, weiß, worum es Veranstalter Christof Kramp von der Agentur Station-K geht: Außergewöhnliche Künstler – gerne auch solche, die noch in der zweiten Reihe stehen – die handgemachte Musik spielen und das Publikum von den Sitzen reißen.

Die junge Französin Attal jedenfalls ist mit ihrer hand- und selbstgemachten Mischung aus Blues-, Soul- und Rockmusik auf dem Weg zum Ruhm und gibt sich am 14. Oktober in der Saarburger Kulturgießerei nochmals die Ehre.

Dann präsentiert sie ihr vielversprechendes, neues Album „Jump“, wobei der Titel schon Programm ist. Also: Schnell Karten sichern und die Partykluft rauslegen; das ist schon längst kein Geheimtipp mehr.

Bei der Vorstellung seines Herbst-Winterprogrammes zieht Kramp gleichzeitig eine durchweg positive Bilanz der vergangenen Konzertsaison: „Wir entwickeln uns, expandieren ständig und finden immer wieder neue Locations und neue Künstler.“ Station-K ist bekannt für ungewöhnliche Spielorte, das Gewächshaus der Saarburger Gärtnerei Steffens ist schon etabliert, ebenso die Kulturgiesserei in Saarburg oder die Eisenbahnhalle in Losheim; die ehemaligen Synagogen in Wawern und Schweich sowieso, jetzt kommt noch die in Wittlich hinzu.

Expansion also auch geografisch, von Saarbrücken bis Wittlich reihen sich die Veranstaltungsorte entlang der Saar und Mosel.

Dabei attestiert Kramp den Saarländern sogar eine größere Feierfreudigkeit als den Rheinland-Pfälzern. Ob dieser Schein trügt, können die Moselaner dann bald zeigen.

Das nächste Konzert – und neu im Programm – (exakte Orte und Termine siehe Info) bestreiten die Kölsch-Rocker von Kasalla, „alles andere als eine reine Karnevalsnummer“, sagt Kramp. Dann kommt Ryan McGarvey, einer der neuen Stars des Bluesrock aus den USA ins Saarland. In seiner Band spielt übrigens Carmine Rojas den Bass, der gehört immerhin zur Live-Stammbesetzung bei Gitarren-Ass und Weltstar Joe Bonamassa. Ende Oktober tritt dann nach Nina Attal mit Sarah Ferri die zweite weibliche Musiksensation an. Die Italo-Belgierin ist auf Kirchentour und hat dafür ihr Album „Dis­pleasure“ für Streichinstrumente neu arrangiert.

Stammspieler bei Station K sind auch der meinungsstarke Kult-Musiker Stefan Stoppok mit ehrlicher Gitarrenmusik und die Cover-Künstler von Völkerball (Rammstein) und Still Collins (Genesis/Phil Collins), die das alte Jahr am 28.12 in Saarburg beschließen werden.

Eine Herzensangelegenheit für Impresario Kramp ist die kurzfristig ins Programm genommene Tom Petty-Tribute-Band Wildflowers, die am 6. Oktober, anlässlich des Todes von Petty vor einem Jahr, an den großen Amerikaner erinnern wird.

Ein Leckerbissen – sicher auch für die große portugiesische Community in Luxemburg – wird das Konzert der jungen Cuca Roseta, die den melancholischen portugiesischen Nationalgesang Fado (meint: Schicksal) voller „Saudade“, also Weltschmerz, interpretiert.

Ganz ungewöhnlich und ebenfalls neu im Programm sind Dagadana, ein polnisch-ukrainisches Bass-Percussion und Gesangs-Quartett zwischen Elektronik und Akustik, das Kramp anpreist.

Für das Jahr 2019 verspricht er weitere spannende Konzert-Orte wie die Saarburger Schreinerei Inform und Weltmusik mit afrikanischen Wurzeln im Stil von Jazz-Star Lyambiko aus Berlin.