Bis aufs Blut

Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung: Tommy (Jacob Matschenz) und Sule (Burak Yigit) sind wie Brüder. Die Clique ist ihre Familie und eine Tuning-Werkstatt ihr größter Traum. Ihr Leben gleicht einer Party, bis Tommy wegen der gemeinsamen Dealerei für sechs Monate in den Jugendknast wandert.

Obwohl er sich geschworen hat, keine Drogen mehr zu nehmen, sind seine alte Clique und sein bester Freund Sule sein einziger Rückhalt. Und der hat den Masterplan, um den Traum vom Tuningladen wahr werden zu lassen: einen letzten großen Deal.

Oliver Kienles Film nimmt sich den großen Themen des Kinos an - Freundschaft, Verrat, Liebe und Hoffnung. Herausgekommen ist ein hartes Drama, authentisch inszeniert und gespielt. Kitsch findet hier keinen Platz. Angesiedelt ist der Film im Dunstkreis aus Jugendgewalt, Drogen, Party, Gefängnis und Zukunftsängsten. Dabei verlangt der Film dem Zuschauer einiges ab, denn das Gezeigte tut richtig weh. Es geht ungehobelt zur Sache, brutal, flankiert von Rap-Musik und unverfälschtem Jugendslang. Kienle zeigt, wie hart das Leben sein kann. Er erliegt keineswegs der Versuchung, die moralische Keule zu schwingen oder den Sumpf des Milieus romantisch zu verklären.

"Bis aufs Blut" beeindruckt vor allem mit seiner Vitalität und Dynamik und lässt den Zuschauer mit Abscheu und Mitgefühl zurück. David Zapp