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Die Meister der Pause

Die Meister der Pause

Es gibt einen Notenwert, der gerade in der Popmusik ein gewisses Nischendasein fristet: die Pause. Kurt Wagner und seine Band "Lambchop" sind geradezu Meister der Stille.

Dudelange. Auch bei ihrem Auftritt im Kulturzentrum "Op der Schmelz" in Dudelange spielt die Alternative-Country-Band aus Nashville vor gut 130 Zuschauern so zurückhaltend, dass die Töne, wenn sie dann doch, endlich, nacheinander von der Bühne perlen, eine unglaubliche Sogwirkung entfalten. Allen voran die sonore, oft geradezu irreal wirkende Stimme Wagners. Lambchop ist keine Band im eigentlichen Sinne: Kurt Wagner sammelt seit 1986 immer wieder ein wechselndes Kollektiv aus Musikern um sich, mit denen er dann Platten aufnimmt oder auf Tour geht. In Dudelange stehen (und sitzen) sieben Musiker auf der Bühne. Jeder Einzelne spielt sein Instrument meist derartig zurückhaltend, als sei es aus Zuckerguss und könne keiner härteren Bearbeitung standhalten. Als einer der Gitarristen während eines Liedes nachstimmen muss, klingt die leise, unverstärkt angeschlagene Saite seiner Klassikgitarre noch hörbar im flauschigen Klangteppich, den die anderen weben.

Bei zwei, drei Songs zieht die Band dann doch ein wenig an: Zum zügigeren Rhythmus schichten sich die Instrumente dann zu etwas auf, das man als Bombast bezeichnen darf, aber als geschmackvollen, der nie zum Klangbrei zerläuft. Ein wunderschöner, entspannter Abend mit einer der interessantesten Bands, die das "Alternative"-Spektrum zur Zeit zu bieten hat: Das alles bei exquisiter Akustik im 2007 eröffneten Kulturzentrum "Op der Schmelz": Dort gibt's am 14. November übrigens einen Songwriter-Abend, unter anderem mit "Ezio".