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Die Musik live, der Rest aus Dosen - TV sucht Partyclique

Die Musik live, der Rest aus Dosen - TV sucht Partyclique

Für mehr als 85.000 Musik- und Partyfans aus ganz Europa gibt es am kommenden Wochenende nur ein Ziel: Rock am Ring in der Eifel. Mit dabei sein wird auch eine Clique junger Leute aus Daun. Der TV hat sie bei ihren Ring-Vorbereitungen getroffen.

"Bier" lautet die knappe Antwort auf viele Fragen, Rock am Ring betreffend. Zum Beispiel auf das wichtigste Utensil, das man dabeihaben muss. Oder weshalb man überhaupt zum Festival fährt. Oder was das Beste am Ring ist.

Neue, aber auch bekannte Leute treffen ("Immerhin ist fast die ganze Eifel da", weiß Lars Schneider - mit 22 Jahren und dem fünften Ring-Besuch Veteran in der Truppe), rund um die Uhr Party machen, "fast eine Woche den Kopf abschalten", wie es Marco Blum nennt, die "einzigartige Atmosphäre erleben", wie es Andi Müller (17) auf den Punkt bringt. Das sind die Dinge, auf die Ring-Jünger scharf sind. Und die sind nicht denkbar ohne: Bier.

Auch Christian Kutscheid sagt: "Nö, ein Ticket habe ich bis jetzt noch nicht. Und ich weiß auch nicht, ob ich mir noch eines kaufe. Das eigentliche Rock am Ring spielt sich auf den Zeltplätzen ab." Party eben. Dabei ist er sich der Tatsache durchaus bewusst, dass seit Jahren kontrolliert wird und nur der auf den Zeltplatz kommt, der ein gültiges Billett hat.

Sei's drum. Für die Fete ist die zwei Dutzend Leute starke Clique aber bereits bestens gerüstet: Palettenweise Dosenbier aus Luxemburg (weil dort kein Pfand erhoben wird), Ravioli aus der Dose, ein Grill, Holz oder Holzkohle, ein Zelt, ein Schlafsack und ein Klappstuhl. Das reicht den Hartgesottenen. Nette Zugaben: Sonnencreme (am besten wasserfest), eine Wechselgarnitur Klamotten (na gut). Dann ist aber gut. Den Rest könne man sich vor Ort besorgen, lautet die einhellige Meinung. Das ist nicht immer ganz legal, aber nach Ansicht der Gruppe mittlerweile gängig. Manchmal kommt man mit zehn Klappstühlen an und geht mit 15. Ein anderes Mal nur noch mit fünf. "Das gleicht sich über die Jahre aus", berichtet Marco Blum von Ring-Gepflogenheiten.

Aber war da nicht noch etwas? "Gut, die Musik ist auch wichtig", sagt Stefan Thelen (18). Man mache sich im Vorfeld schon einen Plan, welche Band man sehen möchte. "Doch dann ist es auf einmal so gut auf dem Camp, dass man nicht mehr aus dem Klappstuhl hochkommt", sagt er.

Das wird Torben Ueckermann (18) bestimmt nicht passieren. Hofft er. Er ist zwar bereits zum dritten Mal dabei, zeltet nun aber erstmals am Ring. "System of a Down, meine Lieblingsband, spielt. Die habe ich noch nie live gesehen, und ich hätte auch nicht gedacht, dass ich sie nochmals live erleben werde." Für den Headliner am Sonntag, der unlängst ein unverhofftes Comeback feierte, will er sich bereits "ab Mittag einen guten Platz sichern". Toi, toi, toi.

Aber grundsätzlich haut die Jungs das Musikprogramm bei der 26. Auflage des Mega-Festivals nicht vom Hocker. Es seien zwar gute Bands dabei. "Aber der richtige Megakracher wie Rammstein im Vorjahr, Die Toten Hosen oder Metallica fehlt diesmal", sagt Stefan Thelen. Dennoch ist es für die Dauner keine Frage, dabei zu sein. So wie für viele andere Cliquen aus der Region ebenfalls (siehe Extra).

Zelle statt Bühne: Peter Doherty (Ex-Libertines, Babyshambles) wird nicht wie geplant am Ring auftreten können. Er wurde kürzlich wegen Kokainbesitzes zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Stattdessen spielt K.I.Z. am Samstagabend auf der Clubstage parallel zu Coldplay (Centerstage) und Korn (Alternastage).

Cliquen aufgepasst: Der Trierische Volksfreund sucht eine Clique aus der Region, die am kommenden Wochenende zum Ring fährt und die TV-Leser an ihren Eindrücken teilhaben lässt. Wir wollen euch während des Festivals mehrmals auf dem Zeltplatz besuchen und von euren Erlebnissen berichten. Als Dankeschön spendieren wir zwei Kisten flüssiger Ring-Verpflegung! Schickt ein paar Infos zu euch, möglichst ein Bild, und ganz wichtig, eure Telefon- und Handynummer an kultur@volksfreund.de