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Faszinierende Zeitreise

Faszinierende Zeitreise

TRIER. Die "Kulturgartenschau" basiert auf den Säulen Geschichte, Kunst, Natur und Sport. Gestern wurde ihr Geschichts-Programm vorgestellt.

"Wir möchten die Geschichte für die Besucher erlebbar machen", erklärt Roman Schleimer, Geschäftsführer der Landesgartenschau Trier (LGS). Spannend für Jung und Alt soll die Schau sein, Experten und Laien ansprechen. In drei Bereiche ist ihr Geschichts-Konzept untergliedert: Archäologie, Geschichte, Kartographie. Eine Ausstellung im Promenadenpark präsentiert in 13 Sälen auf 600 Quadratmetern die Historie des Petrisbergs. Neueste Techniken wie Visualisierungen und 3-D-Darstellungen bieten auch für die Jüngeren viele Aktionsmöglichkeiten. Doch die Schau "Der Petrisberg - Triers Ursprung und Zukunft", ab dem 22. April zu sehen, besteht nicht nur aus Objekten zum Betrachten. So haben die Gäste der LGS etwa die Möglichkeit, mit Experten auf dem Gelände zu graben. Die Idee entstand, als bei Bauarbeiten im Promenadenpark Archäologen auf Reste eines römischen Heerlagers stießen. Von Fachleuten wird es auf das Jahr 30 v. Chr. datiert. Hartwig Löhr vom Landesmuseum ist stolz auf diesen Fund, denn es sind "die ältesten römischen Gebäudereste, die in Trier je ans Tageslicht befördert wurden". Der zweite Themenbereich ist der Geschichte des Petrisbergs im ersten und zweiten Jahrtausend gewidmet. In diesem weiten Feld stehen - so Frank Hirschmann, Kurator der Sektion Geschichte - Persönlichkeiten im Mittelpunkt, die auf dem Berg ihre Spuren hinterlassen haben: Raubritter Franz von Sickingen, Goethe, Napoleon und Jean-Paul Sartre spielen wesentliche Rollen. Der Berg als Triers wichtigste Weinlage, als Hexentanz-Platz und seine Erschließung im 19./20. Jahrhundert sind weitere Punkte. Das dritte Themenfeld heißt "Petrisberg heute und morgen". "Vergangenes sichtbar machen - Künftiges planen" lauten die Schlagworte, so Uni-Kartograph Andreas Müller. Computer-Simulationen zeigen einen "virtuellen Petrisberg": in früherem Zustand, zur Zeit der LGS und im Jahr 2011. Besucher können mögliche "Zukünfte" entwerfen.