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Grober Humor auf die brutale Art

Grober Humor auf die brutale Art

Viele Rollenwechsel, einen brachialen Humor, der oft unterhalb der Gürtellinie und des guten Geschmacks liegt: Das bietet das Comedy-Duo Mundstuhl. Knapp 300 Menschen erleben die Show im Lokschuppen in Gerolstein.

Gerolstein. Manches, was das Comedy-Duo Lars Niedereichholz und Ande Werner auf der Bühne vorträgt, ist vollkommen absurd. So zum Beispiel die Geschichte von der supermodernen Pinguin-Heizung. Jedem Tierschützer mag zwar der Gedanke, dass durch das Verfeuern der possierlichen Tiere Wärme erzeugt wird, Übelkeit verursachen. Aber es ist eben so absurd, dass es schon wieder komisch ist.
Grenzen des guten Geschmacks


Bei anderen Gags wird es richtig gemein. Ob es lustig ist, wenn Niedereichholz als prolliger Andy von seiner fetten Freundin erzählt und dabei ein Bild von einer nackten extrem dicken Frau eingeblendet wird, mag jeder für sich entscheiden. Wenn die Geschichte von der Freundin damit endet, dass sie am 40. Hotdog erstickt ist, dann werden die Grenzen des guten Geschmacks strapaziert. Punkten kann das hessische Duo mit vielen unterschiedlichen Akzenten und Dialekten. Bei der Verkaufsshow, bei der zum Beispiel das Arbeitslosenproblem mit einem Toaster gelöst werden soll, verfallen Niedereichholz und Werner in englischen Akzent. Ihre kittelschürzentragenden Kunstfiguren Peggy und Sandy sächseln dafür vom Feinsten. Sie unterhalten sich über ihre Freunde, den Nazi Kevin Jerome und den "typischen Deutschen" Hassan Ibrahim, von Beruf Gürtelmacher. Und zwar Dynamitgürtel. Ob der geplante Spieleabend mit beiden Pärchen ein Erfolg werden kann, wird in der Show nicht verraten.
Die Persiflage von Siegfried und Roy ist unterhalb der Geschmacksgrenzen und der Gürtellinie angesiedelt. Der dunkelhaarige "Roy" kommt gebückt mit Rollator auf die Bühne und redet wirres Zeug, während "Siegfried" Zauberkunststücke vorführt, die die Homosexualität der beiden aufs Korn nehmen.
Humor ist individuell. Die einen finden es zum Brüllen komisch, die anderen überhaupt nicht. So ist es auch bei der Show von Mundstuhl. Erschwerend kommt bei der Show dazu, dass die Akustik nicht besonders gut und der Wortschwall der beiden Komiker oft nur mit Mühe zu verstehen sind.