Jung und ausgezeichnet

Jung und ausgezeichnet

Musikwettbewerbe haben die Förderung und Entwicklung junger Talente im Auge. Einer der bedeutendsten Klavierwettbewerbe für junge Pianisten in Deutschland findet alle zwei Jahre in Bitburg statt. Am Sonntag, 6. Juni, zeigen die Preisträger ihr Können im Rahmen einer Abschlussmatinee.

Bitburg. Fliegen am 6. Juni die Hände der Preisträger des Bitburger Klavierwettbewerbs über die Tasten des Bösendorfer Flügels im Haus Beda, "wird Spielfreude für uns zu hören sein", sagt die russische Pianistin Ludmilla Alexandrova - und sie muss es wissen. Als eine von drei Juroren hat sie den pianistischen Nachwuchs geprüft. Aus ganz Deutschland, Luxemburg und Belgien waren 25 Nachwuchsmusiker angereist. Der jüngste eröffnete in der Altersstufe sechs bis acht Jahre mit einer Ballade von Friedrich Burgmüller. Der älteste beschloss den zweitägigen Wettbewerb am Klavier in der Altersstufe der 19- bis 20-Jährigen mit Bachs Präludium und Fuge in B-Dur.

Ausloten, wo man steht



Was treibt junge Leute und deren Eltern an, die mit einem Wettbewerb verbundenen Strapazen von Reisekosten bis Lampenfieber auf sich zu nehmen? "Die Liebe zur Musik und ihr Talent", sagt Alexandrova, die als Klavierpädagogin an der Wittlicher Musikschule tätig ist. Junge Musiker wollen sich und andere hören. So lote beispielsweise Philipp Vitkov aus, wo er steht. Für den in Bernkastel lebenden Preisträger war der diesjährige Bitburger Klavierwettbewerb ein Baustein in seinem Musiklebenslauf, der ihn demnächst ans Musikgymnasium in Weimar führen wird.

Die Teilnahme in Bitburg sei eine besondere Erfahrung und "ein kleines Sprungbrett", meint Kulturamtsleiter und Jurymitglied Herbert Fandel. Der vom Bitburger Kulturamt zum fünften Mal ausgerichtete Wettbewerb geht auf eine Initiative der Musikschule des Eifelkreises zurück. Fandel war damals stellvertretender Leiter der Musikschule und geprägt von den negativen Wettbewerbserfahrungen seiner Laufbahn als Konzertpianist. "Wir wollten weg von der kalten Atmosphäre", sagt Fandel, der neben seiner Musikkarriere viele Jahre national und international als Fußball-Schiedsrichter erfolgreich war. Hier habe man ein familiäres Umfeld geschaffen. Am Ende des Wettbewerbtages werden nicht einfach Punkte vergeben. Die Juroren sprechen mit den Pianisten über ihr Klavierspiel.

Das hilft auch den Nachwuchsmusikern, von denen man einige Karrieren weiterverfolgen kann. Aus dem Grundschüler Roy Pagliarini ist vielleicht noch kein Klavier-Paganini, wohl aber ein Pianist geworden, der Konzerte in Echternach gibt. Die vor zwei Jahren ausgezeichnete Julia Hermanski tritt mit dem Jugendsinfonieorchester Eifel-Ardennen und den Luxemburger Symphonikern auf. Sensationell seien, so Fandel, die diesjährigen Sonderpreisträger Raffael Liptstein (15 Jahre) aus Düsseldorf und Simon Barth (15 Jahre) aus Hannover. Bei der Abschlussmatinee im Festsaal des Hauses Beda in Bitburg um 11 Uhr werden sie und sieben weitere Preisträger die Stücke spielen, die von der Jury als gelungenste ausgewählt wurden.

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