Kurzkritik: Frantisek- Uhlir-Trio in Trier

Kurzkritik: Frantisek- Uhlir-Trio in Trier

Eine feine Perle seines Veranstaltungsprogramms hat der Jazzclub Trier mit einem Konzert des Trios aus Bassist Franti{scaron}ek Uhlír, Gitarrist Darko Jurkovic und Drummer Jaromir Hele{scaron}ic in der Trierer Tufa präsentiert. So gediegen wie kreativ ist das Erlebnis, das die aus Prag angereiste Formation mit einem Programm aus Standards und Eigenkompositionen in Blues-, Latin- oder Swinggewand bietet.

Angefangen bei seinen formvollendet höflichen, deutschsprachigen Moderationen rückt vor allem Franti{scaron}ek Uhlír, der 62-jährige Kopf der Band, in den Mittelpunkt. Ganz außergewöhnlich ist seine Art, den Kontrabass zu spielen. Er schafft es, das sperrige Instrument geradezu singen zu lassen. Ein Höhepunkt ist der von ihm komponierte Blues "You Are Never at Home", bei dem er die Saiten ein Streitgespräch zwischen allein gelassener Gattin und tourendem Musiker ausfechten lässt. Musikalisch hervorragend mitgetragen und bereichert wird Uhlírs Musik von der Saitenkunst des kroatischen Gitarristen Darko Jurkovic. Der introvertierte junge Mann sorgt mit seiner Two-Hands-Tapping-Spieltechnik für Furore. Dabei klopfen die Finger beider Hände auf die Saiten, was mit dem Anschlag von Tasten vergleichbar ist. Sehr schnell, sehr sauber und perlend klingen dadurch seine melodischen Läufe, die in teils filigranen Improvisationen oft mit dem Bass in Dialog treten. Das ebenso zuverlässige wie sensible rhythmische Grundgerüst dazu liefert Schlagzeuger Jaromir Hele{scaron}ic, der es mit hintergründigem Humor auch gerne mal krachen lässt. Ein Genuss, der die Beachtung von weit mehr als den knapp 40 Zuhörern verdient hätte. Anke Emmerling