Versuchskaninchen für das Jubiläum

Versuchskaninchen für das Jubiläum

Sie gehören zu Köln wie Dom und Karneval: Die Höhner sind eine der erfolgreichsten Bands der Stadt und seit 40 Jahren im Geschäft. Am Donnerstag haben sie mit ihrer Tournee in Bitburg Station gemacht.

Bitburg. 140 Kilometer sind es mit dem Auto von Bitburg nach Köln. Doch wenn 950 Gäste in der Stadthalle gemeinsam mit den Höhnern deren Hymne "Viva Colonia" singen, dann ist die Domstadt plötzlich ganz nahe. Und Kilometer zählen ohnehin nicht, denn schließlich verkündet die Band schon seit vielen Jahren: "Hey Kölle, du bes e Jeföhl!" Ein Gefühl, das man im Herzen trägt.
Vor 40 Jahren wurde die Gruppe gegründet, deswegen heißt die CD zum runden Jubiläum auch schlicht "Höhner 4.0". Schlagzeuger Janus Fröhlich und Keyboarder Peter Werner sind von Anfang an dabei, damals nannten sie sich noch Ne Höhnerhoff und traten in Hühnerkostümen auf. Später wurden sie De Höhner. Als Henning Krautmacher vor 25 Jahren Frontmann der Band wurde, entfiel das "De" - das war mehr als nur ein Symbol, denn erstmals kamen neben kölschen Liedern auch hochdeutsche ins Repertoire. Damit haben sie sich neue Märkte in ganz Deutschland erschlossen, ihren rheinischen Wurzeln bleiben sie dennoch treu. So findet sich mit dem "Droum vom Jlöck" auch auf dem neuen Album Mundartliches.
Nicht nur Karnevalsschlager


Nicht nur sprachlich hat sich die Band in den vier Jahrzehnten gewandelt, sondern auch stilistisch: Obwohl es mit "Die Karawane zieht weiter" in die Pause geht, stehen längst nicht mehr nur Stimmungslieder und Karnevalsschlager auf dem Programm. Gefühlvolle Balladen wie "In der tiefsten Nacht", die man nicht unbedingt mit den Höhnern in Verbindung bringen würde, gehören ebenso dazu.
Die aktuelle Tournee hat gerade begonnen, das Konzert in Bitburg war erst der zweite Auftritt. "Ihr seid sozusagen die Versuchskaninchen", ruft Krautmacher dem Publikum zu, denn die große Jubiläumsfeier ist erst für den 30. April in der Kölner Lanxess-Arena angesetzt.
Und der Versuch scheint geglückt zu sein: "Es waren gute neue Lieder dabei", findet beispielsweise Kurt Müller aus Hermeskeil. "Aber auch die alten Stücke zum Schluss, das ist immer schön." Auch Angelika Seidenstücker aus Uersfeld hat es "sehr gut gefallen". Auch die Bandbreite der Stilrichtungen kommt bei ihr gut an, "denn es hat trotzdem gepasst".
Als letzte Zugabe erklingt "Wir werden uns wiedersehen", denn - um es mit einem anderen Titel der Höhner zu sagen: "Wir haben noch lange nicht genug", auch nicht nach 40 Jahren.
Einen letzten Lacher erntet die Band mit der Ankündigung, man werde gleich noch mit dem Publikum ein Bitburger Kölsch trinken. Beim Bier wird schlagartig klar: 140 Kilometer sind doch eine ganze Menge - Gefühl hin oder her.