Nicht umfallen – abwägen

Nicht umfallen – abwägen

Die Landesregierung scheint fest entschlossen, an ihren Reformplänen beim Denkmalschutz und den Museen festzuhalten. Gut so. Oft pflegt die Politik umzufallen, wenn irgendwo größerer Gegenwind auftaucht.

Aber das Vorhaben, die Kompetenzen in Sachen kulturelles Erbe zu bündeln, starre Fronten aufzubrechen und den Denkmalschutz aus seinem Biotop in die Realität zu holen, ohne ihn zahnlos zu machen, ist zu vernünftig, um es Bedenkenträgern zu opfern. Dennoch verdienen die Einwände der Kritiker sorgfältige Prüfung. Auch wenn sie teilweise von Ressentiments ("Igitt, Events in unseren heiligen Denkmälern") oder Dünkel ("Unter Ministerialratsgehalt kriegen wir keine guten Museumsleiter") geprägt sind. Es gibt wichtige Fragen, die das Land bislang offen gelassen hat. Wie es zum Beispiel mit der Zuständigkeit für nicht-landeseigenes Kulturerbe - etwa bei kirchlichem oder privaten Eigentum - aussieht. Oder ob Aufgaben wie die archäologische Denkmalpflege, die gerade auf ruinengetränktem Terrain wie in Trier sinnvoll vor Ort angesiedelt sind, dort auch bleiben. Auch eine im Ansatz richtige Reform kann noch besser werden. Die eine Voraussetzung ist, dass Mainz die Einwände ernst nimmt. Die andere, dass die Kritiker konstruktive Verbesserungsvorschläge bieten statt Fundamentalopposition. d.lintz@volksfreund.de