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Von Herzeleid und feinen Liebchen

Von Herzeleid und feinen Liebchen

Das Leipziger A-cappella-Quintett Ensemble Nobiles hat den Zuhörern am Freitagabend im Kurfürstlichen Palais einen bezaubernden Liederabend mit Werken von Mendelssohn, Reger, Silcher und Schumann bereitet.

Trier. Die musikalischen Sätze sind eingängig bis kompliziert konstruiert und die Texte teils schlicht, teils poetisch. Was die fünf jungen Sänger (Paul Heller, Tenor und Musikalischer Leiter; Christian Pohlers, Tenor; Felix Hubner, Bariton; Lukas Lomtscher, Bass und Lukas Heller, Bass) am Freitagabend im Kurfürstlichen Palais als A-cappella- Ensemble Nobiles vor gut fünf Dutzend strahlenden Zuschauern vortragen, ist jedenfalls schlicht ergreifend und sängerisch exzellent.
Junge Künstler gefördert


Die Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz fördert junge Künstler und hatte deshalb zum Konzert im Rahmen des Kultursommers nach Trier gebeten. Die Auswahl von Werken Leipziger und mit Leipzig verbundener Komponisten wie Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann oder Edvard Grieg (der Norweger studierte ebendort) spiegelt den Geist und die (Volks-) Musik der sogenannten Liedertafeln der Vormärz-Zeit um 1848, als sich Männerbünde zum Gesang und politischen Diskussionen trafen.
Der Wein floss dort wohl auch in Strömen, was sich in einigen Trinkliedern widerspiegelt und von den Sängern komödiantisch dargestellt wird.
Die fünf haben ihre Ausbildung gemeinsam beim berühmten Leipziger Thomanerchor erhalten und sich im Jahre 2006 zusammengetan. Seitdem geben sie regelmäßig Konzerte in aller Welt und haben mehrere CDs aufgenommen.
Texte von Goethe



Das Programm reicht von volkstümlichen Liedern wie dem "Lied von der Loreley" von Friedrich Silcher (1789-1860) bis hin zu komplizierten und anspruchsvollen Werken wie beispielsweise "Verlorenes Lieb'" von Max Reger (1873-1916). All' diese Hürden meistern die Sänger mit winzigen Unsicherheiten aber mit einer Bravour, die großen Applaus des fachkundigen Publikums generiert.
Die Texte einiger Lieder stammen von Dichter-Größen wie Goethe, Eichendorff oder Heine, sie sind allerdings "nicht die allergrößten Ergüsse der Meister", wie Paul Heller in einer der launigen und informativen Zwischen-Moderationen bemerkt.
Auch das Publikum wird einbezogen, zum Mitsingen animiert und für seine durchaus passablen Sangeskünste von den Profis gelobt.
Von Liebe und Natur


Die romantischen Lieder kreisen um glückliche und leidvolle Momente mit den jeweiligen "Feinsliebchen" und die wahlweise wunderbare oder erschreckende Natur in deutschen (und bei Grieg in norwegischen) Landen. Insgesamt ein tolles Konzerterlebnis, das vom Radiosender SWR2 mitgeschnitten und demnächst auch dort zu hören sein wird. DT