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50 Jahre Kajüte in Binsfeld: Vom Tanzlokal zur Disco

50 Jahre Kajüte in Binsfeld: Vom Tanzlokal zur Disco

Glückwunsch! Kultdisko in Binsfeld wird 50 Jahre alt. Mit verschiedenen Veranstaltungen wird im Jubiläumsjahr gefeiert.

Anker, Bullaugen, Fischernetze oder Schiffssteuerräder: Die Kajüte in Binsfeld hat ein Interieur, das dem Namen gerecht wird. Das Lokal, das anfangs mehr Tanzschuppen war, hat sich mit den Jahren und verändertem Verhalten der Gäste zur Disco entwickelt. In diesem Jahr wird Geburtstag gefeiert: Die Kajüte wird 50.

Diskotheken kamen und gingen, doch das "Schiff" in Binsfeld trotzte allen Stürmen. Aber warum? Was ist das Besondere an der Kajüte? Rene Schneider, der seit Januar 2016 die Geschäfte führt, meint dazu: "Das außergewöhnliche Ambiente durch die Schiffsatmosphäre mag ein Grund dafür sein. Und das Lokal wurde immer wieder renoviert und umgebaut, um mit der Zeit zu gehen. Es war ein stetiger Prozess, um alles attraktiv, sauber und ordentlich zu halten".

Der 31-Jährige hat Veranstaltungskaufmann gelernt, war selbst DJ und fühlt sich damit an seiner Wirkungsstätte genau richtig. Zum einen möchte er die Familientradition "Kajüte" fortführen und zum anderen auch neuen Ideen nicht verschlossen bleiben. Ist bisher die Freitagsdisco von jungen Menschen gut besucht, so möchte Schneider auch für die ältere Generation in Zukunft an verschiedenen Samstagen attraktive Angebote entwickeln.

Von seinem Onkel Detlef Faber hat Rene Schneider im vergangenen Jahr die Kajüte übernommen. Bereits in vierter Generation führt er das Geschäft, das im Juli 1965 seine Großeltern Lotte und Ernst Faber zunächst als Gasthaus eröffneten. Diese wiederum führten den Betrieb von Karl Faber, Schneiders Urgroßvater, weiter. "Das Haus wurde 1791 erbaut und war auch schon während der Postkutschenzeit eine Gaststätte", sagt Schneider. 1967 dann wird die Gaststätte auch Tanzlokal und trägt seitdem den Namen "Kajüte".

Lotte Faber ergänzt: "Es war die schönste Zeit in unserem Leben und wir erinnern uns gerne an die vielen schönen Stunden, die wir mit unseren Gästen und Mitarbeitern verbringen durften."

Da in der heutigen Zeit das reine Kneipengeschäft allgemein immer mehr zurückgeht, konzentriert Schneider sich auf den Betrieb der Kajüte, die nur freitags und samstags geöffnet ist. "Die Leute können sich hier auch außerhalb der digitalen Welt treffen und echte Gespräche führen". Und schon manche Ehen seien hier entstanden, weiß Schneider.
Die Musikauswahl müsse immer auf dem aktuellsten Stand sein und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis müsse stimmen. "Wir haben eine gute Qualität an Getränkeprodukten und zur Stärkung ist unser Kajüten-Burger ein Renner", sagt der junge Kaufmann.

Zudem hat das Traditionsunternehmen für viele Besucher etwas Nostalgisches: "Meine Eltern und auch schon meine Großeltern waren Stammgäste in der Kajüte", sagt Jasmin Schröder (24) aus Wittlich, die ursprünglich aus Landscheid stammt. Von ihrer Mutter weiß sie, dass es früher sonntags immer Live-Bands gab, die es ihr besonders angetan hatten.

Die Gäste kommen auch heute noch genau wie früher, aus einem Einzugsbereich von etwa 100 Kilometern, "auch aus den Nachbarstaaten Luxemburg und Belgien", betont Rene Schneider. Darunter nach wie vor auch Soldaten der Airbase Spangdahlem. "Oft kommen ehemalige Soldaten, die längst zurück in ihrer Heimat sind, nach Jahren bei einem Deutschlandbesuch wieder mal hier rein und erzählen aus früheren Zeiten", erzählt Schneider.

Die erste Liebe. Das erste Bier. Der erste Steh-Blues. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der Kajüte?
Schreiben Sie uns an die E-Mail-Adresse: mosel@volksfreund.de. Namen und Wohnort bitte nicht vergessen.

EXTRA

DIE KAJÜTE FEIERT JUBILÄUM
Das ganze Jahr über wird mit besonderen Veranstaltungen in der Kajüte gefeiert. Neben den normalen Freitagabend-Discos startet am Freitag, 19. Mai, ab 21 Uhr eine spezielle Party unter dem Motto "Fluch der Kajüte" mit dem German Jack Sparrow. Weiter geht es am Samstag, 10. Juni, mit "RPR1 tanzt 50 Jahre Kajüte".
Weitere Programminfos gibt es im Internet