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24-Stunden-Rennen am Nürburgring mit Premiere für Alex Schneider (Bleckhausen)

24h-Stunden-Rennen : Eifeler Alex Schneider erfüllt Kindheits-Versprechen

Für Alex Schneider aus Bleckhausen geht am Freitag bei den 24h Classics ein Kindertraum in Erfüllung.

Fast drei Viertel seines jungen Lebens hat Alex Schneider aus Bleckhausen in der Vulkaneifel auf diesen Tag gewartet. Jetzt ist er Anfang 20 und an Freitag geht endlich das in Erfüllung, was er seinem Vater Wolfgang schon prophezeit hatte, als dieser den Jungen zum ersten Mal mit auf den Nürburgring genommen hatte

„Papa, hier fahre ich mal mit unserem Auto rüber“, hatte der kleine Alex seinem Vater prophezeit, als dieser zum ersten Mal mit dem Sprössling an der Nordschleife stand. „Unser Auto“, das war und ist jener NSU TT, mit dem seine Mutter Jutta ihren Sohn in Kindergarten und Grundschule gefahren hatte.

Dieses Unikat aus dem Jahr 1970 ist so etwas wie das vierte Familienmitglied bei den Schneiders. Längst hat Vater Wolfgang, in Theorie und Praxis einer der Top-Leute der alten Fahrzeuge aus Neckarsulm, aus dem „Kindergarten-Auto“ ein historisches Rennfahrzeug gemacht. Gemeinsam mit dem Sohnemann, der in Büchel zum Flugzeug-Mechaniker ausgebildet wird. Alex hat sich  im „Kampf der Zwerge“, wie seine Rennserie mit hubraumschwachen, aber giftigen Rennern von NSU, Autobianchi, Mini und Co. genannt wird, längst einen Namen gemacht und ist zu Champions-Ehren gekommen.

Gefahren wird in dieser Serie auf verschiedenen Rennstrecken. Die Nordschleife aber, und vor allem das dreistündige 24h-Classic, das ging ihm nicht aus dem Kopf. „Das war immer mein Ziel, einmal dort an den Start zu gehen.“ 2019 schien es so weit zu sein. Dann musste das Rennen wegen der Witterung kurzfristig abgesagt werden. Im vergangenen Jahr ging er mit seinem Kumpel Stefan in dessen technisch gleichem Fahrzeug als Duo an die Startlinie. Nach drei Stunden riss das Pleuel, ein faustgroßes Loch im Motorblock. Das war‘s. In diesem Jahr ist alles ganz anders: Alex geht alleine und zwar mit „seinem“ ehemaligen, zum 109 PS starken Flitzer umgebauten Kindergartenauto an den Start. Ein Tag wie kein Anderer. „Erstes Ziel ist ankommen. Das Auto heil nach Hause bringen. Am Start halte ich mich aus allem raus. Wir sind mit unseren 1300 Kubik-Autos ja mitten unter den klassischen alten Porsches. Da heißt es, antizipierend und klug zu fahren.“

Am Auto haben sie für diese Herausforderung vieles geändert. Am Motor, am Fahrwerk. Der hellblaue TT hat jetzt einen 90-Liter-Tank. Einmal reinkommen, um Sprit zu fassen. Das müsste reichen. Am Mittwoch geht es rauf an den Ring. Am Donnerstagnachmittag ist Qualifying. Am Freitag um 9,45 Uhr Formationsrunde. Um 10.05 Uhr senkt sich die Starterflagge. Dann ist Alex für drei Stunden alleine mit sich, seinem NSU TT 1300, der Nordschleife und dem Rest der Welt. So wie er es seinem Papa als kleiner Junge versprochen hatte.