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Beim Neujahrsempfang in Traben-Trarbach dreht sich viel um das Ehrenamt

Gesellschaft : Sehr wenig Geld, aber dafür ganz viel ehrenamtliches Engagement

Stadtbürgermeister Patrice Langer verkündet beim Traben-Trarbacher Neujahrsempfang schlechte und gute Nachrichten.

Würde eine Stadt an ihren Vereinen und Gruppierungen gemessen, läge Traben-Trarbach sicherlich gut im Rennen. Abordnungen der Sponheimer Musketiere, der Stadtschröter, vom Karnevalsverein (inklusive der Prinzenpaare) und der Sternsinger  geben dem Neujahrsempfang schon optisch ein besonderes Gepräge.

Dazu gesellen sich Weinkönigin Laura I., Federweißenfee Hannah I. und Mitglieder der sogenannten Blaulichtfraktion (Rettungs- und Hilfsdienste). Und von den vielen Bürgern, die in den Bürgersaal gekommen sind, sind auch viele ehrenamtlich tätig.

„Irgendwann müssen wir anbauen“, sagt Stadtbürgermeister Patrice Langer angesichts des Andrangs. Selbst wenn die Stadt das wollte: Aus finanziellen Gründen wird es nicht geschehen. Langer erläutert es bei der Aufzählung der schlechten Nachrichten. Zu denen gehört der Schuldenstand von circa zehn Millionen Euro, 1761, 58 Euro (Stichtag Sonntagabend).

„Wir erwirtschaften nicht, was wir verursachen“, sagt Langer Und Besserung ist nicht in Sicht. Das gelte, wie die Haushaltssitzung gezeigt habe, für die gesamte  Verbandsgemeinde Traben-Trarbach. „Mit resignierendem  Lächeln sehen wir der Situation gelassen entgegen“, sagt Langer.

Das Leben ist in Traben-Trarbach längst kein Wunschkonzert mehr. Die Ausgaben sind auf das unbedingt Notwendige beschränkt. Und auch die sind nicht sicher. „Der Kreis hat unseren Haushaltsplan noch nicht genehmigt. Ich freue mich auf den Brief“, sagt das Stadtoberhaupt mit einem Schuss Sarkasmus.

Obwohl das Geld fehlt, ist die Reihe der guten Nachrichten viel länger als die der schlechten. Die Sicherung der Grevenburg, eines der Wahrzeichen der Stadt, kann im Frühjahr beginnen, die Neugestaltung des freien Platzes in der Kirchgasse ebenfalls. Der Abriss des sogenannten Blockbereichs hinter dem Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde soll Ende März abgeschlossen sein, der Ausbau der Schottstraße soll im Herbst beginnen. Und im Baugebiet Königsberg im Stadtteil Traben geht es auch los.

Mehrfach fällt der Begriff „Ehrenamtliche“. Vieles was sie machen nützt der Stadt in erheblichen Maße – und nicht nur optisch  Zu bezahlen wären diese Arbeiten aber nicht, weil es freiwillige Leistungen sind. Und für die darf die Stadt grundsätzlich keine öffentlichen Gelder bereitstellen.

Geld ist aber auch nicht alles. Einige der Karatekas des VfL Traben-Trarbach gehören seit Jahren der nationalen Spitze an. „Ihr tragt den Namen von Traben-Trarbach in die Welt hinaus“, sagt Langer bei ihrer Ehrung.

„Nehmen sie sich die Zeit, um sich drei Ziele zu überlegen und sie auch zu umzusetzen“, wünscht Stadtweinkönigin Laura I. den Bürgern für das noch junge Jahr. Auch wenn Geld wirklich nichts alles ist, dürfte es zumindest bei den Kommunalpolitikern ziemlich weit oben stehen.