Das Bad nimmt langsam Formen an

MANDERSCHEID. Die Sanierung des Manderscheider Freibads liegt im Plan. Das Bad könnte bereits am 16. Juni dieses Jahres wieder öffnen. Der Rat beschloss weitere Vergaben.

VG-Bürgermeister Wolfgang Schmitz klang erfreut, als er in der Verbandsgemeinderatssitzung die Neuigkeiten in Sachen Freibad-Sanierung verkündete. "Wir hatten eine tolle Witterung, der Bauzeitenplan konnte eingehalten werden." Schmitz sieht gute Chancen, dass das Bad bis zur Saisoneröffnung fertig ist. "Wir haben den 16. Juni anvisiert." Im Folgenden beschloss der Rat weitere Vergaben für die Sanierung für rund 218 000 Euro. Dazu zählten Trockenbau- und Malerarbeiten, Estrich- und Fliesenarbeiten, Trennwand- und Schrankanlagen sowie Feuchtraumtüren, Umzäunung, Schlosserarbeiten, Landschaftsbauarbeiten und Kassenanlage. In einer vorhergehenden Sitzung hatte der Rat dem Bürgermeister bereits die Vollmacht erteilt, diese Vergaben im Einvernehmen mit den Beigeordneten vorzunehmen. Bei der Abstimmung nun handelte es sich also um eine nachträgliche Bestätigung. Der Rat stimmte den Vergaben durchweg mit drei, einmal mit vier Nein-Stimmen zu. Mit Nein hatte unter anderem Helmut Quint, Fraktionsvorsitzender der SPD, gestimmt, der sich von vornherein (allerdings nicht mit seiner ganzen dreiköpfigen Fraktion) gegen die Bad-Sanierung ausgesprochen hatte. Quint kündigte auch beim folgenden Tagesordnungspunkt, der Kreditaufnahme für die Freibad-Sanierung, sein Nein an. Es ging um einen Kredit über 418 000 Euro bei der KfW-Bank, der Förderbank des Bundes und der Länder, für die Badsanierung. Der Kredit sei zu günstigen Konditionen zu haben, seine Laufzeit betrage 30 Jahre, so Schmitz.Kleiner Disput um Kreditaufnahme für das Bad

Quint fragte: "Wer weiß, was in 30 Jahren ist? Unserer Meinung nach wird es die Verbandsgemeinde dann nicht mehr geben. Wir hinterlassen einen riesigen Schuldenberg." Insbesondere mit seiner Bemerkung zum Ableben der Verbandsgemeinde sorgte Quint für lautes Gemurmel in der Runde der Ratsmitglieder und Ortsbürgermeister. Georg Fritzsche, Fraktionsvorsitzender der CDU, konterte umgehend: "Das kommt mir komisch vor. Wenn wir nicht mehr über den Tellerrand schauen dürfen, dann gibt es bald nur noch den Rückwärtsgang. Wissen Sie, was in drei, fünf oder 15 Jahren ist? Wenn wir in einer Kurstadt das Bad zuschütten müssen, wo sind wir dann?" Man habe im Rat hinreichend über die Notwendigkeit der Sanierung diskutiert. Es habe eine klare Beschlusslage gegeben. Das Bad sei eine Investition in die Zukunft, dabei müsse man bleiben. VG-Bürgermeister Schmitz bedankte sich bei seinem Partei-Kollegen für diesen Einwurf. Und der Beigeordnete des Rats, Günter Schneider (CDU), ergänzte: "Wir hinterlassen nicht nur Schulden, sondern auch ein familienfreundliches Bad." Der kritisierte SPDler sagte abschließend: "Ich weiß nicht, was an meinen Ausführungen komisch ist. Die CDU denkt wahrscheinlich: Augen zu und durch." Mit drei Gegenstimmen stimmte der Rat dem Kredit zu.