Ebbes von Mali und Ebbes von Hei!

Etwa 500 Besucher haben beim bundesweiten "Ersten Deutschen Entwicklungstag" am Standort Morbach vorbeigeschaut. Dort erwarteten sie Produkte und nachhaltige Initiativen aus verschiedenen Kontinenten und der Region.

Morbach. Das Motto "Morbach - Gemeinsam für unsere Welt" ist gut gewählt. Denn in der Einheitsgemeinde wird die "Eine Welt" bereits gelebt. Beim "Ersten Deutschen Entwicklungstag" haben das Vertreter aus drei Kontinenten deutlich gemacht (siehe Extra). Denn ebenso wie die Regionalmarke "Ebbes von Hei!" und die in Longkamp ansässige Mali-Hilfe zu Morbach gehören, wird bald kolumbianischer Kaffee etabliert sein.
Und zwar im Geburtshaus des Regisseurs Edgar Reitz, dem künftigen Café Heimat. Betreiber Alfons Schramer wird ihn dort anbieten. Sein Partner ist Juan Fernando Saldarriaga, Sohn kolumbianischer Farmer und Kaffee-Direktvermarkter. Er hat in Heidelberg studiert und danach das Unternehmen "Tierra ( Erde) del Café" gegründet. Die Farmer benötigten in erster Linie Anerkennung, erklärte Saldarriaga in Morbach. Nur so seien bessere Preise zu erzielen. Sein Hauptziel ist Nachhaltigkeit: "Wir verkaufen ein bisschen teurer und investieren in Geräte, damit die Qualität besser wird."
Erlös für inhaftierte Autoren


Morbach war bei der Premiere als Unterstützer der UN-Millenniumziele und dank der Mali-Hilfe mit dabei. Sie war der erste Partner der Gemeinde, die selbst entscheiden konnte, wie sie sich beteiligen wollte, erklärt Büroleiter Theo Gätz.
Dem Mali-Vorsitzenden Peter Brucker war es wichtig, "dass wirklich die eine Welt dabei ist", was auch gelang. Als Beispiele nennt er die IGS-Partnerschule in Mali und die Gepa-Produkte. Auch das Obstgarten-Projekt passte ins Konzept. Geschäftsmann Roman Knichel stellt ein Grundstück zur Verfügung, damit Kinder Bäume pflegen, Obst ernten, verarbeiten und verkaufen können. Metzger Klaus Gauer-Kneppel begrüßt den Entwicklungstag. Er zeige Produkt-Herkunft und -Herstellung auf und auch die regionale Wertschöpfung wie in der Energielandschaft. Die Initiative motiviere dazu, Produkte wertzuschätzen, sagte Bürgermeister Andreas Hackethal.
Alexandra Schröder-Eibes lobte die Idee, einen Markt mit fair gehandelten Produkten anzubieten. Toll sei aber auch der Vorschlag mit dem Obstgarten, und dass die Mali-Hilfe so an die Probleme in dem Land erinnern könne. Lilo Bracke nutzte die Gelegenheit, Kaffe zu kaufen: "Gut, dass man mehr Interesse für diese Produkte weckt." Burgel Rindermann ist begeistert von der Idee, Kinder auch mal in einem Garten hacken zu lassen. Die IGS-Schülerfirma hat hingegen andere Projekte im Sinn.
Den Erlös aus dem Verkauf ihres Buches spenden sie laut Luca Priestersbach (14) einer Stiftung, die sich für bestimmte Inhaftierte einsetzt: "Autoren, die nicht frei schreiben können." urs