Energie aus der Eifel

WITTLICH. (sos) Für den Wahlkreis 22 will Wolfgang Moritz, seit dem Wochenende offizieller Direktkandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahl, die Regionalisierung der Energieerzeugung voranbringen. Außerdem liegt dem Manderscheider eine Reform des Schulsystems am Herzen.

"Ich freue mich, dass du bereit bist, die anstrengenden Wochen, die vor dir stehen, zu meistern", gratulierte Grünen-Kreisverbandssprecherin Jutta Blatzheim-Roegler Wolfgang Moritz. In gemütlich kleiner Runde waren zuvor zehn mit stempelblauem Sonnenblumen-Logo gezierte Wahlzettel ringsum gegangen, und der einzige Direktkandidat konnte gelassen Tee trinken, während die zweiköpfige Mandatsprüfungs- und Zählprüfungskommission sich einen Sessel im Bibliothekszimmer des Restaurants Daus teilte. "Glück auf" hatte vor allen Formalien noch Britta Steck, Kandidatin aus dem Nachbarwahlkreis gewünscht, dann wurde der Manderscheider reibungslos gekürt. Er präsentierte sich mit einer kurzen aber kämpferischen Rede. "Vor allem will ich regionale Arbeitsplätze schaffen durch eine intelligente Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie. Es heißt in der Öffentlichkeit immer, was ökologisch sinnvoll ist, das koste nur und bringe nichts. Das ist falsch", sagte der Manderscheider und plädierte dafür, in der Vulkaneifel auf Tiefenwärme zu setzen. Dafür müssten Investitionsanreize für Kommunen und Kreise geschaffen werden, denn "die Konzerne werden sich selbst kein Ei ins Nest legen, was sie nicht wollen." Weiter liege ihm die Bildungspolitik am Herzen: "Kleine Korrekturen und Flickschustereien bringen nichts", sagte der diplomierte Sozialarbeiter und Heilpädagoge, der unter anderem Mitbegründer und Vorstand des Waldorfkindergartens Wittlich ist: "Wir brauchen eine Basisschule von der ersten bis zur neunten Klasse, autarke Schulen mit festem Budget, damit gute Pädagogik belohnt wird." Und: "Sitzenbleiben gehört abgeschafft!" Außerdem wolle er sich dafür stark machen, dass Kindergärten nach den gleichen Kriterien wie die Schulen gefördert werden. Auch bei lokalen Wahlkampfthemen bezog Wolfgang Moritz Position. Von Thomas Schmitt-Schäfer, Kreistagsmitglied, gefragt, was er denn über das "Wahlkampfgeschenk von Freund Günter an die Kröver" denke, sagte Wolfgang Moritz: "Da haben scheinbar Gespräche in Hinterzimmern stattgefunden über Mittel, die es gar nicht gibt." Er verwies auf den Kreistagsbeschluss, wonach das Manderscheider Schwimmbad Priorität habe und dass es zudem Konsens gebe, dass man beide Anstalten fördern müsse. Deshalb habe er auch schon an Verbandsbürgermeister Wolfgang Schmitz geschrieben und ihn gebeten, die Angelegenheit zu prüfen. Die "Klientelpolitik" jetzt über Land zu fahren und dahin Geld zu verteilen, wo man sich die meisten Stimmen verspreche, sei ein Vorgehen, gegen das man protestieren müsse. "Ich gönne das den Krövern, aber es muss gerecht zugehen", schloss der Manderscheider seine erste Rede als Direktkandidat.