Es ist wieder laut an der Mosel

Die Veranstaltung Harley & Wein in Ürzig lockt Teilnehmer aus ganz Deutschland und Europa an die Mittelmosel - und sorgt immer noch für große Begeisterung.

Ürzig Sie waren wieder an der Mosel zu hören, die Motorräder der weltbekannten Marke Harley Davidson. Bereits zum 19. Mal fand am Wochenende das Harleytreffen unter dem Namen Harley & Wein in Ürzig statt.
Ortsbürgermeister Arno Simon ist vollauf begeistert von der inzwischen traditionsreichen Veranstaltung, die seit 1999 existiert. "Die Veranstaltung besitzt einen hohen Stellenwert für die Region. Die Teilnehmer nehmen stundenlange Anreisen auf sich, weil sie dieses familiäre Fest hier in Ürzig schätzen und zusätzlich die Landschaft und den guten Wein genießen wollen. Nicht nur aus den verschiedensten Ecken Deutschlands, sondern auch aus dem Ausland kommen zahlreiche Harley-Fahrer hierher", erzählt Simon. Er berichtet von mehr als 5000 Teilnehmern in diesem Jahr und 1000 Harleys, etwa 500 davon waren Bestandteil an der Ausfahrt am Samstag, die abgesehen von Ürzig auch durch zahlreiche andere Orte an der Mittelmosel führte.
"Ein Großteil der anwesenden Teilnehmer ist im hohen mittleren Alter. Viele sind wohlhabend, es gibt jedoch auch Leute, die auf ihre Finanzen Acht geben müssen. Durchschnittlich gibt jeder der 5000 Anwesenden 200 Euro aus", weist Arno Simon auf die riesigen Einnahmen hin, die durch das Harley-Treffen zustande kommen.
In Ürzig und auch im Umkreis sind viele Zimmer im Voraus frühzeitig ausgebucht gewesen, die Nachfrage sei auch für die kommenden Jahre bereits extrem hoch. Ihm persönlich gefalle an dem Fest die Ausfahrt und natürlich die Weinprobe am Sonntagmittag am besten, sagt Simon und lacht.
"Ich würde schätzen, dass eine Harley hier im Schnitt einen Wert von 14 000 Euro hat. Der Gesamtwert aller vertretenden Maschinen bei dieser Veranstaltung ist also ziemlich hoch."
Schließlich führt der Ürziger Ortsbürgermeister zu den Mitgliedern eines Vereins, der schon von Anfang an fester Bestandteil der Veranstaltung ist und sie sogar mitorganisiert: den Mainhattan Chapter Germany, ein Verein (Chapter), der aus Frankfurt am Main stammt und aus etwa 350 Mitgliedern besteht, wovon circa 150 an Harley& Wein teilgenommen haben. Leo Streukens (67) ist ein Mitglied des Mainhattan Chapters. "Ich bin seit 2000 beim Harley-Treffen in Ürzig dabei, es ist also in diesem Jahr meine 18. Teilnahme. Nicht nur ich, auch die anderen Mitglieder unseres Chapters kommen immer wieder gerne hierher, weil man Jahr für Jahr bei der Veranstaltung auf bekannte Gesichter trifft. Es ist ein familiäres, gemütliches Treffen, das auch entspannte Musik zu bieten hat."
Er und auch andere Mitglieder des Mainhattan Chapters seien bereits seit Montag hier, versichert der 67-Jährige. "Wir fahren bereits vor Beginn der Veranstaltung täglich durch die Nachbarorte und genießen dabei die Landschaft und die schöne Atmosphäre." Er interessiere sich für Harleys seit 1995, als er mit Freunden auf die Idee kam, sich eine Maschine zu kaufen. Leo Streukens:"Auch in den nächsten Jahren werde ich wieder nach Ürzig kommen. Auch wenn man nicht Mitglied des gleichen Chapters ist, kennt man sich hier, und das macht das Fest auch so besonders."
In die gleiche Kerbe wie Streukens schlagen auch seine Vereinskollegen. Sie wünschen sich, dass das Harley-Treffen von den Veranstaltern weiterhin relativ klein gehalten wird, damit man den bekannten Kreis beibehalte und auf Dauer nicht zu vielen Unbekannten begegne.
In Deutschland gibt es 67 lizensierte Harley-Händler, von denen jeder jeweils ein Chapter führt. Die Anzahl der Vereine ist somit immer gleichzusetzen mit der der Händler. Die 67 Chapter gehören zur Harley Owners Group (HOG).
Ein Bekannter unter vielen Teilnehmern des Harley-Treffens ist Heinz Nestel (67) aus Reutlingen. Er gründete vor zwölf Jahren German HOG Charity und betreibt seitdem beim Treffen in Ürzig einen Stand, an dem er Utensilien von Harley Davidson verkauft. Die Erlöse kommen einerseits Menschen zugute, die muskelkrank sind. Andererseits wird das Geld zur Erforschung für eine Muskelkrankheit benötigt. "Vor 13 Jahren war ich der Einzige, der sich gegen die Harley Davidson Factory aus den USA gewehrt hat, da diese auch die Erlöse aus Europa für sich beanspruchen wollten. Ich kämpfte ein Jahr lang erfolgreich und gründete schließlich die German HOG-Charity. Somit bleibt das Geld in Deutschland und muss nicht über den Teich wandern", meint Nestel und grinst dabei.
"Während den zwölf Jahren sind durch die Charity bereits 300 000 Euro eingenommen und gespendet werden. Das ist eine tolle Sache", erzählt der Mann aus Reutlingen. Auch er wird weiterhin nach Ürzig kommen, um den Verkauf seiner Artikel für seine Stiftung aufrecht zu erhalten und um mit vielen Freunden und Bekannten das Harleytreffen in Ürzig zu genießen.