Happy an der Mosel

DETZEM, NEUMAGEN-DHRON, PIESPORT. Darauf freuen sich Familien, Sportler und Genießer das ganze Jahr: auf die längste Straßensperrung Europas. Neben der autofreien Moselstraße lockte der 14. Erlebnistag "Happy Mosel" rekordverdächtige 150 000 Menschen mit Aktionen in 50 Gemeinden, zum Pause machen und Spaß haben, in herrlicher Weinlandschaft.

Treten, treten, treten. Der Sommerwind weht um die Nase. Links die Mosel, rechts ein vorbei zischender Rennradfahrer. Oben die lachende Sonne. Kein Auto. Die Leichtigkeit eines Sommertages fährt mit... Bei Bilderbuchwetter hat Schirmherr Ministerpräsident Kurt Beck auf einem mit gut gelaunten Menschen gefüllten Dorfplatz in Detzem den autofreien Erlebnistag eröffnet. "Happy Mosel ist Spaß", sagen die Zwillinge Stefanie und Christina Borgward aus Köwerich. Mit ihren Freunden, bester Stimmung und ihren Fahrrädern haben sie das Ziel Bernkastel-Kues angepeilt. "Oder wir halten dort an, wo etwas los ist", sagt Christian Genetsch aus Lieser. Zum Beispiel in Piesport. Am Weinbrunnen fließt das Piesporter Goldtröpfchen, dank Konrad Fahrenkrob, einem der unzähligen Helfer hinter den einladenden Wein- und Essensständen, die "Happy Mosel" erst möglich machen. Die Band "Confusion" sorgt unter schattenspendenden Bäumen für Partystimmung, es wird geplaudert, geflirtet und sich für die weitere Wegstrecke gestärkt. Lieder wie "Auf dem Weg nach Amarillo" begleiten Sonntagsfahrer, aerodynamisch ausgestattete Radler, Skater und Spaziergänger auf dem Weg in Richtung Neumagen-Dhron. Dort legt auch Familie Jubelius aus Hermeskeil ein Päuschen ein. "Bei schönem Wetter gehört ,Happy Mosel' zu unserem Jahresprogramm", sagt Oma Ursula Kratz. Nach einer kurzen Verschnaufpause startet der "Drei-Generationen-Konvoi" wieder. Phillip Jubelius interessiert es nicht, wie weit die Fahrt flussabwärts noch gehen wird. Der Vierjährige hat es sich im Fahrradanhänger seines Papas bequem gemacht. Anne und Tobias Lehnert aus Neumagen-Dhron hingegen wollen strampeln, so weit sie es schaffen. "Happy Mosel" ganz ohne Stress, ist das Motto der meisten Ausflügler. Durchtrainierte Radfahrer wie Gisbert Ott und Edwin Specht aus Reinsfeld haben gleich zu Beginn der Straßensperrung 60 Kilometer zurückgelegt. "Da war noch kein Fahrrad und kein Auto unterwegs", sagt Gisbert Ott - und von Anstrengung fehlt jede Spur. Ein vorbei radelnder Mann in Shorts und leichtem Hemd fährt im gemütlichen Tempo und hat Zeit, die herrliche Weinlandschaft zu genießen. Bei "Happy Mosel" ist eben jeder seines Sonntagsglückes Schmied. Kulinarisches aus der Winzerküche, spritzige Moselweine und Aktionen am Rande, vom Feuerwehrfest in Lösnich bis hin zur Riesenspringburg in Longen, die die Gemeinden anbieten, helfen noch etwas nach.

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