Hoffen auf stabilen Holzpreis

LÖSNICH. (urs) Borkenkäfer, Schweinepopulation und Pflanzungsgatter beschäftigten den Lösnicher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mindestens ebenso stark wie der Haushalt 2004.

Dass ein Bilderbuchsommer wie der 2003 nicht nur Freude macht, kommt bei den Beratungen über die Forsthaushalte zur Sprache. Die lange Trockenheit bot dem Borkenkäfer optimale Bedingungen. "Gute Weinjahre sind Probleme für den Wald", erläuterte der scheidende Traben-Trarbacher Forstamtsleiters Michael Blessinger vor dem Lösnicher Gemeinderat. Die "Käferkalamität", eine durch Schädlinge hervorgerufene Schädigung von Pflanzenkulturen, hätte bereits im August eingesetzt. Weshalb nicht nur er besorgt in die Zukunft blickt: "Wir hoffen, dass der Holzpreis bis auf weiteres erhalten bleibt." Was jedoch bei weiteren Trockenperioden unwahrscheinlich ist. Reichlich Niederschläge in Januar/Februar könnten für Abhilfe sorgen, wie Rudolf Konrad, Revierleiter Zeltingen, erklärte. "Wenn im Frühjahr feuchte Witterung herrscht, ist das für den Wald günstig." Die Bäume wären vitaler und die Käfer würden in ihrer Vermehrung behindert. Was in diesem Jahr allerdings nicht der Fall war. In den Monaten August bis Oktober fielen laut Konrad allein im Forstbetrieb Lösnich 150 bis 200 Festmeter (FM) Käferholz an. Zum Vergleich: Ein Hektar bringt etwa 300 bis 400 FM. Da vor allem die auf reichlich Wasser angewiesene und daher nicht standortgerechte Fichte betroffen ist, wird diese nach Aussage des Revierleiters aus der Mosellandschaft verschwinden.Abschusszahlen auf hohem Niveau

Der Trend gehe mehr zu Laubholz, ergänzt durch Nadelhölzer wie der Douglasie oder auch der Kiefer. Wegen der Probleme geht Forstamtsleiter Blessinger für das Jahr 2004 von einem negativen Ergebnis aus. Nach Abzug der Ausgaben werden von Holzverkauf (20 800 Euro) und erwartetem Landeszuschuss (12 500) voraussichtlich 2300 Euro im Topf fehlen. In 2002 sah das Ergebnis noch besser aus. Der Überschuss von 88 Euro beinhaltete sogar gegenüber dem zuvor veranschlagten Defizit von über 1500 Euro eine Verbesserung. Abgesehen vom Borkenkäfer gilt eine andere Sorge den Kosten, die durch hohe Wildbestände verursacht werden. Wenn die Schweine schon in der Schleuse baden, müsse man sich nicht wundern, dass sie ganze Pflanzen aus dem Boden ziehen, meinte Konrad. Den Tieren fehle es ja an nichts, sie würden von Kirrung zu Kirrung rennen, hätten praktisch stallähnliche Bedingungen. Bei den Ausgaben für ein Gatter zum Schutz von Pflanzungen müssten daher seiner Ansicht nach auch die Jachtpacht-Einnahmen gebucht werden. Für Ortsbürgermeister Norbert Franz eine Thematik, die bei den 2005 anstehenden neuen Verträgen für die Jagdpacht berücksichtigt werden sollte, damit die Gemeinde im Endeffekt keinen Schaden erleide. Laut Blessinger liegen die Abschusszahlen seit drei Jahren auf hohem Niveau. Dennoch seien die Wildbestände kaum reduziert worden. Der Rat beschloss den mit Einnahmen von 33 600 und Ausgaben von 35 900 Euro vorgelegten Forsthaushalt einstimmig.