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Kniefall an besonderem Veranstaltungsort

Kniefall an besonderem Veranstaltungsort

Die Moselauen im Stadtteil Kues werden im Juli an zwei Wochenenden zum zweiten Mal zur großen Freiluftbühne.

Bernkastel-Kues Die schönsten Veranstaltungsräume - drinnen und draußen - in der Region? Da wird es keine einhellige Meinung geben. Denn bei der Einschätzung spielt auch Subjektivität mit.
Aber wer in Bernkastel-Kues in den Moselauen steht, wird nicht umhin kommen zu sagen: Dieses grüne Fleckchen Erde ist als Veranstaltungsort ganz weit oben angesiedelt. Stadtbürgermeister Wolfgang Port spricht von "Tragik", weil das Gelände mit dem alten Baumbestand bisher nur wenig genutzt wird. Aber das soll sich ja ändern.
Im Jahr 2016 gab es die Premiere: das Moselauenfest als Ersatz für das Kueser Straßenfest und eine Woche später mehrere Veranstaltungen im Rahmen des Mosel Musikfestivals. Das lief zumindest so gut, dass über die Frage einer Fortsetzung nicht groß diskutiert werden musste.
Dabei, so Stadtbürgermeister Wolfgang Port, Mitveranstalter Michael Denzer (BKS Events) und Winzer Paul-Peter Coen, sei vergangenes Jahr für das Moselauenfest gar nicht geworben worden. Trotzdem seien die Beteiligten zufrieden gewesen.
In diesem Jahr soll es vom 21. bis 23. Juli Verbesserungen in allen Bereichen geben. Was in Bernkastel-Kues immer zieht, ist ein Feuerwerk. Am Samstag, 22. Juli, zischen die Raketen ab 22.30 Uhr vom anderen Moselufer aus in den Himmel.
Das Moselauenfest dauert von Freitag bis Sonntag. Die Winzer und Gastronomen sind aber auch schon am Donnerstag, 20. Juli, im Dienst. Dann macht wie im Vorjahr die Veranstaltungsreihe "Sommerbühne" Station in den Moselauen. Höhepunkt ist bei freiem Eintritt der Auftritt von Century's Crime, die an die Gruppe Supertramp erinnert.
Die Beteiligten des Moselauenfests erinnern sich gerne an das Gemeinschaftsgefühl im Vorjahr. Auch daran möchten sie anknüpfen.
Die Macher des Mosel Musikfestivals haben jahrzehntelange Erfahrung bei der Planung und Umsetzung von Veranstaltungen. Tobias Scharfenberger, der in diesem Jahr noch gemeinsam mit Hermann Lewen an der Spitze steht - ab 2018 dann allein - setzt aber auch auf die Moselauen. "Eine fantastische Location", sagt er über die 5000 Quadratmeter große Fläche, die er zweimal nutzt: für ein Picknick Open Air mit dem Ukulele Orchestra of Great Britain am Freitag, 28. Juli, 20.30 Uhr, und für die A-Capella-Nacht mit den Gruppen Delta Q, Mediz und Onair am Samstag, 29. Juli, 20.30 Uhr.
Für den Auftritt der sechs Ukulelespieler sind bereits mehr als 400 Karten verkauft. "Gerade welche an Leute aus Filderstadt", sagt Tobias Scharfenberger beim Blick auf sein Mobiltelefon, über das er die Buchungen verfolgen kann.
Filderstadt liegt bei Stuttgart. Das Mosel Musikfestival ist längst über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Gleiches galt, so Paul-Peter Coen, auch für das Kueser Straßenfest. Es ging allerdings 2015 zum letzten Mal über die Bühne, weil es nur noch von einer Handvoll Winzern getragen wurde.
Genau wie Scharfenberger bei seinem Festival spricht Coen von einer Mischkalkulation beim neuen Moselauenfest. Natürlich werde es vorrangig eine Veranstaltung für die Einheimischen sein. "Wenn es uns aber gelingt, über Werbung zu erreichen, dass Gäste extra für dieses Fest kommen und hier übernachten, haben wir es geschafft."
Wer Freiluftveranstaltungen in großem Stil plant, hat natürlich immer das Wetter im Blick. Verrückt machen lässt sich Michael Denzer beispielsweise nicht. Bis zu einem gewissen Maße könne man schlechtem Wetter trotzen. Dass ein dreitägiges Fest zum Beispiel ganz unter Regen leide, sei auch eher unwahrscheinlich. Die Fläche mit einer Art Zelt gegen alle Eventualitäten zu wappnen, sei aber nicht wirtschaftlich.Extra: SPONSORENSUCHE IST NICHT IMMER SCHWER


"Ohne Sponsoren könnten wir das Moselauenfest nicht machen", sagt Veranstalter Michael Denzer. 100-Euro-Spender sind genauso willkommen wie Wohltäter, die sich mit höheren Beträgen hervortun. Denzer, Tobias Scharfenberger (Mosel Musikfestival) und Marcus Schellhammer (Sommerbühne) heben hervor, dass es vielen Leuten und Betrieben eine Herzensangelegenheit ist, sich so für die Region zu engagieren.