Kritische Fragen zur Politik

WITTLICH. (red) Die Landtagsabgeordneten Elfriede Meurer (CDU) und Dieter Burgard (SPD) diskutierten mit Oberstufenschülern des Leistungskurses Sozialkunde bildungspolitische Fragen.

Die Schüler interessierte eine breite Palette an Themen: Wann wird der Kindergarten beitragsfrei? Können wir mit der Schulbuchfreiheit in den nächsten Jahren rechnen, was finanziell benachteiligten Eltern sehr helfen würde? Wie sieht es mit Konzepten im Rahmen der Ganztagsschule aus? Gibt es Lösungen für eine breitere Förderung von hochbegabten Schülern? Besonders interessierte die Schüler verständlicherweise die Lehrerausbildung und die Zahl der in Zukunft zu besetzenden Lehrerstellen. Burgard gab zu, dass es gerade in naturwissenschaftlichen Fächern Engpässe bei der Stellenbesetzung gebe - schon seit Jahren. Oft gingen gut ausgebildete Lehrer in die freie Wirtschaft, weil dort die Besoldungssituation besser sei als an der Schule. Auch suchten viele Lehrer wegen der Besoldungssituation in Rheinland-Pfalz Stellen in den Nachbarbundesländern. 1000 Lehrer für das nächste Schuljahr forderten die Lehrerverbände, gaben die Schüler am Podium zu bedenken, die tatsächliche Zuweisung werde wohl, wie in den Jahren zuvor, weit davon entfernt sein. "Wieso hat man nicht frühzeitig etwas gegen diese Entwicklung getan? Das war doch Jahre vorher absehbar", fragte Matthias Denis aus der Mainzer Studienstufe (MSS) 12. Der politische Wille habe schlichtweg in der Vergangenheit dazu gefehlt: Dies meinten die Schüler. Burgard und Meurer versuchten, die Entwicklung zu erklären und Versäumnisse zu begründen. Für die Schüler, auch die Zehntklässler, die der Diskussion folgten, ergab sich jedoch kein zufriedenstellendes Bild. Nach der Diskussion war Zeit zur gemeinsamen Aussprache, bei der auch die zuhörenden Schüler mit diskutierten. Andreas Womelsdorf aus der MSS 13 forderte nochmals vehement eine qualitativ bessere Ausbildung der Lehrer, die schon an der Uni beginnen und auch im Referendariat noch verbessert werden müsse. Er forderte "Klasse statt Masse" in der Lehrerausbildung. Die Diskussion unterstrich die Brisanz des Diskussionsthemas und zeigte auch - entgegen der verbreiteten Meinung - den politischen Gestaltungswillen der Schüler.