Schweinskopf, Hamburger und Pralinen: Nicht essen, nur anschauen!

Schweinskopf, Hamburger und Pralinen: Nicht essen, nur anschauen!

Sushi, Torten und ein ganzer Schweinskopf, aber nichts davon ist wirklich echt. Bei den Exponaten im Schaufenster der Fleischerei Illigen in der Himmeroder Straße handelt es sich um Pappmaché-Werke der Schüler von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Salmtal. Hier und in zwei weiteren Geschäften in der Himmeroder Straße stellen sie die Werke aus ihrem Kunstunterricht vor.

Wittlich/Salmtal. "Warmes Essen und Dessert passt nicht zusammen." Vier Mädchen stehen vor dem Schaufenster der Metzgerei Illigen und diskutieren angeregt. Wo macht sich der große Schweinskopf am besten? Wie können Hot Dogs und Hähnchen am besten in Szene gesetzt werden? Und wo ist Platz für Sushi und Geburtstagstorte? Das sind die Fragen, die für die Ausstellung der künstlichen Speisen aus Pappmaché wichtig sind. Die vier Mädchen sind Schülerinnen der achten Klasse der IGS Salmtal, die an diesem Morgen mit ihrer Kunstlehrerin Ellen Just-Coenen nach Wittlich gekommen sind, um die Ausstellung in der Fleischerei aufzubauen.
Arbeit im Team


Diese Teamarbeit ist auch einer der Aspekte, die Ellen Just-Coenen mit dieser Arbeit fördern möchte. Sich selbst zu organisieren und sich gegenseitig zu unterstützen, damit ein gutes Ergebnis erreicht wird, das seien Dinge, die auch im späteren Leben wichtig sind. Im Rahmen eines Kulturabends in der IGS im Mai wurden die künstlichen Leckereien erstmals einem größeren Publikum vorgestellt. Dabei ging es auch um den Überfluss und die teilweise überzogenen Ansprüche der modernen Gesellschaft.
Gast bei diesem Kulturabend war Juliane Illigen. "Das passt wunderbar in unseren Laden", so beschreibt sie ihre spontane Reaktion. Und damit nicht genug. Sie habe auch gleich die Idee gehabt, andere Geschäfte mit ins Boot zu holen und so eine kleine Kunstecke in der Himmeroder Straße zu schaffen.
Damit hatte sie bei Möbel Klein auf der anderen Straßenseite auch sofort Erfolg. Inhaberin Martha Klein wird in den nächsten Tagen und Wochen etwa ein mal ein Meter große gemalte Selbstporträts der Schülerinnen aufhängen. Diese sind, wie Kunstlehrerin Ellen Just-Coenen sagt, auf die wesentlichen Gesichtszüge reduziert. Martha Klein ist begeistert von den Werken. "Die Bilder sind richtig schön", sagt sie und versucht, die Gemälde so zu arrangieren, so dass sie auch von außen gut zu sehen sind und ein gutes Gesamtbild abgeben. Für sie sei es zum einen sehr wichtig, junge Leute zu unterstützen, sagt Martha Klein. Aber auch die gemeinsame Aktion mit anderen Geschäften in der Himmeroder Straße hat für sie große Bedeutung. Es sei immer eine Randstraße gewesen, und deshalb versuche man gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. "Wir arbeiten so schön zusammen."
Das sieht auch Manuela Schrot von der Schmuckwerkstatt so, die in ihrem Schaufenster Linoldrucke ausstellen wird. Ihre Hauptmotivation ist die Unterstützung für die Jugendlichen, aber auch die Straße werde durch die Aktion bereichert.
Die Schülerinnen selbst sind stolz darauf, dass sie hier ausstellen dürfen. "Man muss die Schule und was da gemacht wird, zeigen", sagt Ellen Juchems, die mit viel Liebe zum Detail am Sushi gearbeitet hat. Auch Kim Streit, die einen großen Tintenfisch gebastelt hat, ist stolz auf die Ausstellung. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so weit kommen, sagt sie. Die ganze Aktion habe ihr "sehr viel Spaß gemacht".
Martina Buchleitner und Angelina Adams haben ein Hähnchen zur Ausstellung beigetragen. Das wurde in Gruppenarbeit hergestellt und wird jetzt hübsch dekoriert. Wie jetzt bei der Präsentation war schon die Herstellung eine gelungene Gruppenarbeit. noj