Viele, viele Holzhackschnitzel

Fünf Schulen mit mehr als 2000 Schülern, zwei Sporthallen sowie das Hallen- und Freibad bestücken das Schulzentrum in Bernkastel-Kues. Noch wird jede Einrichtung separat beheizt. Das soll sich ändern.

Bernkastel-Kues. Das Schulzentrum in Bernkastel-Kues trägt seinen Namen zu Recht. Gleich fünf Schulen (Nikolaus-von-Kues-Gymnasium, Freiherr-vom-Stein-Realschule, Hauptschule, Berufsbildende Schule, Burg-Landshut-Schule) mit mehr als 2000 Schülern haben hier ihren Platz. Dazu kommen zwei Sporthallen sowie das Hallen- und Freibad.

Fast alle Einrichtungen werden mit Öl beheizt, die Hauptschule hat noch eine Elektroheizung in Betrieb. Die Ölpreise sind infolge der Wirtschaftskrise zwar wieder stark gesunken, niemand glaubt aber, dass dieser Zustand von Dauer sein wird.

Deshalb wollen der Kreis Bernkastel-Wittlich und die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues auf dem Areal im Stadtteil Kues eine Wärmeversorgung auf regenerativer Basis (wahrscheinlich Holzhackschnitzel) aufbauen. Der Kreis ist, bis auf die Hauptschule, Träger der Schulen (einschließlich der Turnhalle des Gymnasiums). Die Verbandsgemeinde besitzt die Hoheit über die Hauptschule, die große Sporthalle und das Hallen- und Freibad.

Auf Beschluss des Kreisausschusses ist ein Ingenieurbüro für Versorgungstechnik mit der Planung beauftragt worden. "Es arbeitet mit Hochdruck", berichtet Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Eile ist auch geboten, weil Kreis und Verbandsgemeinde darauf hoffen, in den Genuss von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung zu kommen. "Eine solche Anlage soll Kosten sparen, aber auch ein Beitrag für die Umwelt sein", sagt Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues.

Die Kosten für eine solche Anlage stehen noch nicht fest. Sie sollen auch durch das Gutachten ermittelt werden. Ulf Hangert rechnet aber mit einer Million Euro. Gegenstand der Untersuchung durch die Ingenieure ist unter anderem der Standort für die Heiz-Zentrale. Sie könnte sowohl im Kesselhaus der Sporthalle am Gymnasium als auch im Kesselhaus des Hallen-und Freibades stehen. Beiden Gebäuden könnte ein unterirdischer Bunker vorgelagert werden, in dem die Holzhackschnitzel gelagert werden.

Bautechniker Norbert Stein (VG-Verwaltung Bernkastel-Kues) hat sich bereits Gedanken über die Zufahrt für die Fahrzeuge gemacht, die den Brennstoff liefern sollen. Das Hallen- und Freibad kann danach über eine Rampe (Kostenschätzung 23 000 Euro) beliefert werden. Für die Zufahrt zur Turnhalle des Gymnasiums wäre ein Wendehammer unterhalb des Schwimmbad-Parkplatzes notwendig. Hier liegen die Schätzkosten bei 62 000 Euro.