Wenn das Herz aus dem Takt kommt

Von Herzstolpern, Elektrokardiogramm, Vorhofflimmern und Herzschrittmachern war die Rede bei der Infoveranstaltung von im Saal des Zeller Pfarrzentrums. Im Rahmen der Reihe Gesundheitsvorsorge der Kolpingsfamilie Zell wurde ein Fachreferent eingeladen.

Zell. (red) Der Chefarzt der Medizinischen Klinik im St.-Josef-Krankenhaus Zell, Prof. Christian Bruch, hat Auskunft über Möglichkeiten der Diagnostik und Therapien im Hinblick auf das Vorliegen von Herzrhythmusstörungen gegeben. Ausgehend vom Aufbau des Herzens und dessen eventuellen Schwachstellen erläuterte er den normalen Herzrhythmus. Unter einer Rhythmusstörung verstehe man die Störung der normalen Herzschlagfolge.

Der Puls liegt normalerweise bei 60 bis 100 Schlägen pro Minute, bei Belastung steigt er auf 160. Untere Grenze sind 40 Schläge. Harmlose Herzrhythmusstörungen müssen laut Fachmann nicht unbedingt behandelt werden. Anders sieht es bei einem kranken Herzen mit Durchblutungsstörungen aus. Dabei würden die Störungen meist nach ihrem Entstehungsort unterteilt: Vorhof, Kammer, Erregungsbildung und -leitungssystem. Für die Diagnostik sei das EKG sehr wichtig, aber auch Langzeitblutdruckmessung oder Ultraschall. Bei zu langsamem Herzschlag kann ein Herzschrittmacher implantiert werden, bei gefährlichen Rhythmusstörungen ein Defibrillator.

Bei einer lebensbedrohlichen Kammertachykardie (Herzrasen, Puls ab 150 Schläge pro Minute) würde die Leistung des Herzens so stark eingeschränkt, dass ein ausreichender Kreislauf nicht mehr möglich sei. Treten diese Rhythmusstörungen ohne vorab erkennbaren Grund auf, spricht man vom plötzlichen Herztod. In Deutschland sind davon jährlich insgesamt mehr als 100 000 Menschen betroffen. Wichtig bei der Vorsorge und Behandlung sei, betont der Klinikchef, dass eine Klinik über ein breites technisches Spektrum zur Versorgung von Patienten verfüge.