Kommentar: Zeitspiel kann man sich im Schutzgebiet nicht leisten

Kommentar : Zeitspiel kann man sich im Schutzgebiet nicht leisten

Bereits vor vier Jahren wurde der Nationalpark Hunsrück-Hochwald eröffnet. Es handelt sich um ein Schutzgebiet „im Umbau“.

Das heißt: Erst in 30 Jahren soll der Übergang zu einer unberührten Naturlandschaft in der Kernzone geschafft sein. Keine Frage, das braucht Geduld. Aber an den Anlaufstellen – den drei geplanten Nationalparktoren in Kempfeld, Otzenhausen und am Erbeskopf – muss es schon deutlich schneller vorangehen. Schließlich kommen jeden Tag zahlreiche Gäste zum höchsten Berg von Rheinland-Pfalz, um das Schutzgebiet kennenzulernen. Im Dezember ist im Hunsrückhaus für eine halbe Million Euro die Nationalpark-Ausstellung eröffnet worden. Nur rundherum passiert seither wenig. Seit mehr als einem Jahr sitzen die Verantwortlichen zusammen. Und niemand kann so recht erklären, warum es nicht vorangeht. Zumal es zumindest aus dem Umweltministerium heißt, dass man sich in den Grundzügen einig sei. Die Zeit verstreicht. Und die Touristen – und Einheimischen – wundern sich um das Ambiente am Erbeskopf.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Verantwortlichen vor Ort – ob vom Zweckverband, von Landesforsten oder den Nationalparkrangern – geben sich viel Mühe, damit das Areal nicht verwildert. Auch beim Highlive-Waldseilgarten wird vieles für das Image am Erbeskopf getan. Doch wenn die Verträge nicht endlich unterzeichnet werden, geht es am Erbeskopf nicht weiter. Damit werden viele Chancen vertan. Denn wer zur Nationalpark-Anlaufstelle kommt und nicht vorfindet, was er erwartet, wird wohl so schnell nicht wiederkommen.

i.rosenschild@volksfreund.de

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