Neues Buch über früheres SS-Sonderlager erschienen

Neues Buch über früheres SS-Sonderlager erschienen

Alle wichtigen Inhalte, die Besuchern bei einem Rundgang durch das Dokumentationszentrum an der früheren Gedenkstätte des früheren SS-Sonderlagers/KZ Hinzert (Kreis Trier Saarburg) vermittelt werden, gibt es jetzt auch zum Nachlesen. Die Landeszentrale für politische Bildung hat am Dienstag einen 170 Seiten starken Ausstellungskatalog vorgestellt.

(ax) Seit heute liegt ein neues Buch über die Dauerausstellung an der Gedenkstätte des früheren SS-Sonderlagers KZ Hinzert vor. Er ist nach einem ähnlichen Werk über das einstige KZ Osthofen, die andere zentrale NS-Gedenkstätte im Land, der zweite Band der Publikationsreihe „Verfolgung und Widerstand in Rheinland-Pfalz 1933 bis 1945“, die von der Landeszentrale für politische Bildung herausgegeben wurde.

Der über 170 Seiten starke Katalog teilt sich in zwei Hauptteile. Abschnitt eins gibt einen geschichtlichen Überblick über die Geschehnisse im Lager zwischen 1939 und 1945. Er beleuchtet zudem die Entwicklung der Gedenkstätte nach dem Ende des zweiten Weltkriegs bis heute. Außerdem enthält er Grußworte, von denen eins vom luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker verfasst wurde.

Zweiter Teil liefert Hintergründe zur Dauerausstellung

Im zweiten Teil des Katalogs werden dann ausführlich und mit vielen Fotos, Karten und Abbildungen von Originalquellen die Inhalte der Dauerausstellung dokumentiert. Zentrale Inhalte der Dauerausstellung – etwa die Zeitzeugen-Videos - waren bislang noch nicht schriftlich fixiert. „Viele Besucher haben aber das Bedürfnis geäußert, zur Vertiefung oder auch zur Vor- und Nachbereitung mehr in der Hand zu halten“, sagt Dieter Schiffmann, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, über die Gründe, die zu der Neuveröffentlichung geführt haben.

Zwischen 1939 und 1945 wurden dort mehr als 13.000 Menschen gefangen gehalten. Mindestens 321 Häftlingen wurden in dieser Zeit ermordet, oder sie starben an Krankheit, Entkräftung oder Hunger. Der Katalog befasst sich zudem mit der preisgekrönten Architektur des Dokumentationszentrums, das Ende 2005 eröffnet wurde und circa 3,2 Millionen Euro kostete.